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Hygienemerkblätter (HMB) der UMR

Hepatitis B / C / D

Meldepflicht

Verdacht, Nachweis, Erkrankung, Tod namentlich zu melden an:

Gesundheitsamt
Abteilung Infektionsschutz
Paulstraße 22
18055 Rostock
0381 381 9552

  • Pflichtformular lt. Infektionsschutzgesetz § 6 (1)
  • Formulare sind hier bzw. im SAP abrufbar
  • Meldepflichtig ist der feststellende Arzt
  • Darüber hinaus ist der direkte oder indirekte Nachweis durch den Leiter des diagnostizierenden Labor namentlich zu melden:
    • für HBV und HDV im Fall des Hinweises auf eine akute Infektion;
    • für HCV für alle Nachweise, sofern nicht bekannt ist, dass eine chronische Infektion vorliegt (§ 7 (1) IfSG)

Erreger

  • Hepatitis B - Virus;
  • Hepatitis C - Virus;
  • Hepatitis D - Virus (nur in Verbindung mit Hepatitis B – Virus Infektion)

Infektiöses Material

Körperflüssigkeiten, 

  • insbesondere Blut;
  • Sperma,
  • Vaginalsekret

Übertragungsweg

  • Stich- und Schnittverletzungen,
  • sonstige ggf. auch kleine Verletzungen,
  • Schleimhautkontakt,
  • Aerosole bei Verletzung des Patienten im Respirationstrakt (z.B. zahnärztliche Behandlung!)

Inkubationszeit

HBV

  • 40 – 200 Tage
    (im Durchschnitt 60 – 90 Tage)

HCV

  • 2 – 24 Wochen
    (im Durchschnitt 6 – 9 Wochen)

Dauer der Infektiosität

HBV

  • bei ca. 80% der Betroffenen wg. spontaner Ausheilung < ½ Jahr;
  • bei den restlichen 20% ohne eine spezifische Behandlung sowie
    bei der überwiegenden Mehrzahl von

HCV-Infizierten

ohne eine spezifische Behandlung:

  • langfristig
    (d.h.  im Bereich von Jahren, wenn nicht lebenslang)

für HDV-Infizierte

  • bestimmt die aktive HBV-Infektion die Infektiosität.

Für HBV- und HCV-Infizierte gilt:

  • die Infektiosität sinkt unter einer spezifischen Therapie innerhalb weniger Wochen i.d.R. unter die Gefahrengrenze.
  • Gegen HBV geimpfte Mitarbeiter und Kontaktpatienten sind i.d.R. gegen die HBV-Infektion geschützt
    (ggf. Impftiter rasch bestimmen lassen)

Diagnostik (zum Erstnachweis bzw. Verlauf)

  • Serum auf Antikörper und Antigene,
  • ggf. EDTA-Blut für die PCR in die Virologie
  • Viruslast mittels PCR (Virologie) zur Bestimmung der Infektiosität

Hygienemaßnahmen/Schutzmaßnahmen

Isolierung/Entisolierung

  • I.d.R. nicht erforderlich
    (Ausnahme:
    • blutender Patient,
    • unkontrollierbar aggressiver bzw.
    • verwirrter Patient);
  • eine eigene Toilette/Toilettenstuhl ist i.d.R. nicht notwendig
    (Ausnahme:
    • unbehandelter,
    • schwer lenkbarer  HBV-Patient mit unkontrollierbaren Blutungen z.B,
      • bei Fissuren,
      • Hämorrhiden,
      • Menses).

Kontaktpatienten

  • Von Indexpatienten mit geringer HBV-Viruslast bzw. unter laufender anti-HBV-Therapie sowie von HCV-Patienten geht i.d.R. keine Gefahr für Mitpatienten aus.
  • Ferner sind gegen HBV geimpfte Kontaktpatienten nicht gefährdet.

Besucher

Standardhygiene ist ausreichend:

Es gelten daher keine weiteren Einschränkungen für Besucher, Studierende und Mitarbeiter anderer Bereiche.

Ambulanter Bereich/Aufwachraum

  • Standardhygiene ausreichend

Händedesinfektion

  • Händedesinfektion gemäß Basishygieneordnung
  • Alle im Hause verfügbaren Händedesinfektionsmittel sind geeignet.
  • Einwirkzeit beachten!

Einmalhandschuhe

  • Erforderlich bei Kontakt mit
    • erregerhaltigem Material,
    • Körperflüssigkeiten oder
    • Ausscheidungen
  • Nach dem Ablegen hygienische Händedesinfektion!

Schutzkittel

  • Erforderlich, wenn mit Verspritzen von kontaminiertem Material gerechnet werden muss.

Mund–Nasenschutz/Schutzbrille

  • Erforderlich, wenn mit Aerosolbildung oder Verspritzen von Blut, Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen zu rechnen ist
    (z.B. Intubation, Absaugung etc.)

Wäscheentsorgung

  • Entsorgung im fest verschlossenen Wäschesack

Geschirr

  • Geschirrspülautomat, Betriebstemperatur > 60°C
  • Sofern vorhanden, chemisch-thermische Desinfektion mit Gewerbegeschirrspüler

Pflege-/ Behandlungs- und Untersuchungsgeräte u.- Hilfsmittel (Medizinprodukte)

  • nach Gebrauch
    • desinfizierend reinigen
    • bzw. Aufbereitung nach Herstellerangaben
    • bzw. verwerfen

Abfallentsorgung

  • normale Entsorgung (‘‘Krankenhausspezifische Abfälle‘‘ – AS 180104/180101/Abfallgruppe B);
  • Fäzes und Urin in die Kanalisation

Flächendesinfektion

  • Desinfektion
    • nach Kontamination,
    • bei Entlassung 
    • bzw. routinemäßig laut Basis – Hygieneordnung
      (siehe BHO: Desinfektion)
  • Desinfektionsmittel laut Desinfektionsplan

Patiententransfer

  • Beim Transport sind keine Besonderheiten zu beachten.
  • Standardhygiene ist ausreichend

Besonderheiten im OP

  • Neben der allgemeinen Standardhygiene im OP oder der Funktionsabteilung ist das Tragen von doppelten Handschuhen sowie Gesichtsschutz (Augenschutz) sinnvoll.

Besonderheiten für das Personal/Schwangere

  • Nicht-immunes Personal (mit Patientenkontakt, Labor- und Entsorgungspersonal sowie Reinigungspersonal) muss sich einer Impfung unterziehen (ArbSchG!),  ansonsten ist eine Beschäftigung mit Expositionsrisiko nicht möglich.
  • Simultanimmunisierung nur bei HBV – Exposition:
    • ist bei nicht-immunem Personal postexpositionell umgehend zu veranlassen
  • Bei Rückfragen Information durch den Betriebsärztlichen Dienst!

Schwangere Mitarbeiterinnen:

  • Kontakt mit dem Patienten ist unter strikter Einhaltung der Standardhygieneregeln erlaubt. 
  • Invasive Maßnahmen dürfen nicht durchgeführt werden.

Stand: November 2017


Hepatitis B / C / D