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Hygienemerkblätter (HMB) der UMR

Meningokokken -Meningitis, -Sepsis
Haemophilus influenzae -
Meningitis, -Sepsis

Meldepflicht

Laut Infektionsschutzgesetz §6 (1) ist der Verdacht, Erkrankung, Tod namentlich zu melden an:

Gesundheitsamt
Abteilung Infektionsschutz
Paulstraße 22
18055 Rostock
0381 3815369

  • Pflichtformular lt. Infektionsschutzgesetz §6 (1)
  • Formulare sind hier bzw. im SAP abrufbar
  • Meldepflichtig ist der feststellende Arzt.
  • Bei direktem Nachweis beider Bakteriearten aus normalerweise sterilen Materialien lt. Infektionsschutzgesetz §7 (1):
    Meldung durch das Labor

  • Benachrichtigung der Hygienefachkraft
    +49 (0) 381 494 5014

Erreger

  • Neisseria meningitidis
    (bei Meningokokken-Meningitis bzw. -Sepsis)
  • Haemophilus influenzae Typ b
    (bei H. influenzae-Meningitis bzw. -Sepsis)

Infektiöses Material

  • Blut
  • Liquor
  • Nasen- /Rachensekrete
  • Material aus Hauteffloreszenzen

Übertragungsweg

  • Aerogene Übertragung
  • Sowie direkter oder indirekter Kontakt mit respiratorischen Sekreten

Inkubationszeit

  • 3 – 4 Tage

Dauer der Infektiosität

  • Bis 24 h nach Therapiebeginn

Diagnostik (zum Erstnachweis bzw. Verlauf)

  • Blutkultur und Liquor zur Kulturdiagnostik und ggf. PCR in die Bakteriologie
  • Keine Verlaufsdiagnostik aus rein hygienischer Indikation erforderlich

Hygienemaßnahmen/Schutzmaßnahmen

Isolierung

Erforderlich bis 24 h nach Therapiebeginn!

Achtung:

Der alleinige Nachweis von Meningokokken bzw. Haemophilus influenzae im Oropharynx oder im Trachealsekret ohne Vor­liegen klinischer Zeichen einer entsprechenden systemischen/invasiven Infektion bedarf in der Regel KEINER Isolierungs- oder Postexpositionsprophylaxe!

Entisolierung

24 h nach Therapiebeginn

Kontaktpatienten

  • Mitpatienten werden beobachtet, um das Auftreten krankheitsspezifischer Symptome rechtzeitig zu bemerken.

Besucher

Die jeweiligen Patientenzimmer sind mit der Isolierungstafel zu kennzeichnen.

Alle Personen (Besucher wie Mitarbeiter) müssen sich vor dem Betreten des Zimmers im Stationsstützpunkt melden.

Die Besucher werden vom Stationspersonal über die Infektionsrisiken und speziellen Hygienenmaßnahmen informiert.

Bis 24 h nach Therapiebeginn tragen Besucher bei direktem Patientenkontakt einen Schutzkittel und einen Mund – Nasen – Schutz.

Ambulanter Bereich/Aufwachraum

  • Patienten müssen bis 24 h nach Therapiebeginn isoliert werden und können deswegen nicht gemeinsam mit anderen Patienten im Aufwachraum/Wartebereich versorgt werden.

Händedesinfektion

  • Händedesinfektion gemäß Basishygieneordnung
  • Alle im Hause verfügbaren Händedesinfektionsmittel sind geeignet.
  • Einwirkzeit beachten!

Einmalhandschuhe

Erforderlich bei Kontakt mit erregerhaltigem Material, Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen.

Nach dem Ablegen hygienische Händedesinfektion!

Schutzkittel

  • Erforderlich beim Umgang mit kontaminiertem Material, dem Patienten selbst oder der kontaminierten Umgebung.
  • Schutzkittel wird im Zimmer entsorgt.

Mund–Nasenschutz/Schutzbrille

  • Mund-Nasen-Schutz (chirurgischer Mundschutz) ist erforderlich.
  • Augenschutz kann ggf. sinnvoll sein.

Wäscheentsorgung

  • Entsorgung im Patientenzimmer bzw. Schleuse.
  • Transport zur Wäscherei im fest verschlossenen Wäschesack.
  • Die Entsorgung im Plastiksack ist nur bei Durchfeuchtung notwendig.

Geschirr

  • Geschirrspülautomat, Betriebstemperatur > 60°C
  • Sofern vorhanden, chemisch-thermische Desinfektion mit Gewerbegeschirrspüler

Pflege-/ Behandlungs- und Untersuchungsgeräte u.- Hilfsmittel (Medizinprodukte)

Nach Gebrauch desinfizierend reinigen bzw. Aufbereitung nach Herstellerangaben bzw. verwerfen

Abfallentsorgung

Normale Entsorgung (‘‘Krankenhausspezifische Abfälle‘‘ – AS 180104/180101/Abfallgruppe B)

Fäzes und Urin in die Kanalisation

Flächendesinfektion

  • Desinfektion nach Kontamination, bei Entlassung  bzw. routinemäßig laut Basis – Hygieneordnung (siehe BHO: Desinfektion)
  • Desinfektionsmittel laut Desinfektionsplan

Patiententransfer

Transportdienst und Zielbereich sind zu informieren.

Die Patienten müssen zum Verlassen des Zimmers eine hygienische Händedesinfektion durchführen (siehe Händedesinfektion) und einen Mund-Nasen-Schutz anzulegen, wenn dies aus medizinischen Gründen möglich ist.

Besonderheiten im OP

  • Es ist nicht notwendig, infektiöse Patienten am Ende desProgramms zu behandeln.
  • Standardhygiene ist ausreichend!

Besonderheiten für das Personal

Schwangere Mitarbeiterinnen:

  • Arbeiten auf Station ist möglich.
  • Kontakt mit dem erkrankten Patienten ist zu vermeiden.

Postexpositionsprophylaxe:

  • Indiziert für enge Kontaktpersonen, wie Haushaltsmitglieder, Kontaktpersonen in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinisches Personal,  bei denen der begründete Verdacht besteht, dass sie mit oropharyngealen Sekreten des Patienten in Berührung gekommen sind.
  • Die Prophylaxe sollte so früh wie möglich, spätestens 3 Tage nach der Gefährdungsbehafteten Exposition begonnen werden.
    Beratung durch:
    Institut  für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene
    Varia-Labor 
    0381 494 5913

Stand: November 2016


Meningokokken - Meningitis, - Sepsis /Haemophilus influenzae - Meningitis, - Sepsis