header

Basishygieneordnung der UMR

Hygienebewusste Hundehaltung

In der Universitätsmedizin Rostock werden im Bereich der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie auf allen Stationen (P1-8) und in der Tagesklinik Bad Doberan sogenannte „Therapiebegleithunde“ eingesetzt. Bei gutem Wetter kann auch ein Einsatz im Freien auf dem parkähnlichen Klinikgelände erfolgen.

Diese Hunde unterstützen im psychiatrischen Bereich die psychische Entwicklung / Gesundung der Patienten.

Rechtslage

Die Krankenhaushygiene ist in der Bundesrepublik allgemein durch das Infektionsschutzgesetz geregelt und durch die Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert- Koch- Institut präzisiert.
Zu beachten sind weiterhin die Biostoff-Verordnung und die ergän­zenden technischen Regeln TRBA 250 und 400.
Im konkreten Fall gilt ferner das Tier­schutzgesetz (TierSchG, aktuelle Version: 9. Dez. 2010) sowie das Tierseuchengesetz (TierSG; aktuelle Version 11. Dez. 2011).

Voraussetzungen

Vor Etablierung der Therapie ist eine Meldung an das örtliche Gesundheitsamt und Veterinär­amt erfolgt. Eine Begehung durch Vertreter dieser Behörden wird jederzeit gerne ermöglicht.

Die nachfolgenden Punkte müssen bei der Tierhaltung in der KPP beachtet werden.

Tiere

Jeder Therapiebegleithund, der in der Klinik eingesetzt wird, muss dafür geeignet sein, muss also ein ausgeglichenes und nicht-aggressives Wesen haben und gesund sein. Eine entsprech­ende tierärztliche Bescheinigung kann verlangt werden.

Für den Gesundheitszustand des Hundes, einschließlich Impfstatus, ist der Halter zuständig.
Überprüfung des Gesundheitszustandes des Tieres:

  • regelmäßige veterinärmedizinische Untersuchung (einschließlich Impfungen, Entwurm­ung, allgemeine Erkrankungen, Ektoparasiten etc.). Diese schriftlichen Nachweise (Aus­weis, Entwurmungskalender etc.) sollen am Pflegestützpunkt vorhanden sein und sind auf Verlangen des Amtes vorzuzeigen.
  • Tiere, die mit Rohfleisch gefüttert werden und läufige Hündinnen sollen nicht zur Thera­pie eingesetzt werden. Es haben eine veterinärmedizinische Eingangsuntersuchung und halbjährliche Folgeuntersuchungen zu erfolgen.
  • Eine Bescheinigung über die Eignung des Hundes muss jährlich erneuert werden.

In der Klinik hat eine artgerechte Haltung des Tieres zu erfolgen.

Ein Zertifikat, das die Eignung als Therapiehund belegt, muss vorhanden sein.

Des Weiteren ist für jeden Hund die feste schriftlich benannte Bezugsperson stets der Mitar­beiter bzw. die Mitarbeiterin des Hauses, der/die auch Besitzer und Halter des Hundes ist. Dieser ist verantwortlich, dass die für den Kontakt mit Patienten festgelegten Rahmenbeding­ungen eingehalten werden. Eine Weitergabe des Hundes an andere Mitarbeiter und Mitarbeit­erinnen zum Zwecke des Patientenkontakts ist nicht gestattet.

Zur Therapie erscheint der Hund gesäubert, frisch gekämmt und auf Ektoparasiten inspiziert. Die Krallen der Hunde müssen kurz gehalten sein und frei von scharfen Kanten.

Der Hund darf keine Anzeichen einer akuten Infektion aufweisen. Sollte dieses der Fall sein bzw. bei geringsten Krankheitsanzeichen, muss der Hund der Einrichtung fern bleiben und von einem Veterinärmediziner untersucht werden. Dieser legt fest, wann das Tier wieder einsatz­fähig ist.

In der Klinik darf sich der Hund nicht unbeaufsichtigt bewegen. Er muss als „Therapiebegleit­hund“ bzw. „Therapietier im Dienst“, mittels Weste oder Halsband gekennzeichnet, erkennbar sein.

Patient

Die Teilnahme des Patienten am Besuchsprogramm von Therapiebegleithunden wird vom be­handelnden Arzt schriftlich verordnet. Diese Teilnahme erfolgt dann freiwillig, eventuell mit Ermutigung.

Als Kontraindikationen werden berücksichtigt: Allergien, schwere Immunsuppression, akute Infektionen, chron. Atemwegserkrankungen, Kolonisation und Infektion mit MRSA und / oder anderen multiresistenten Erregern, offene Wunden, mangelnde Compliance für die Hände­hygiene, Abneigung gegen Tiere bzw. Angst.

Personal

Das Einverständnis des Personals im Bereich, in dem sich der Hund regelmäßig aufhält, muss eingeholt werden. Dies regelmäßig sicherzustellen und zu dokumentieren ist Aufgabe der Ein­richtungsleitung und kann an die ärztlichen Mitarbeiter der jeweiligen Stationen bzw. Tages­klinik delegiert werden.

Das Personal ist über die erforderlichen Hygienemaßnahmen regelmäßig zu belehren. Zu­ständig sind die jeweiligen Bezugspersonen der Tiere sowie der Hygienebeauftragte.

Medizinisches Personal darf in Dienstkleidung keinen Kontakt zum Tier haben.

Risiken

Mögliche Gefährdungen der menschlichen Gesundheit, die durch Tiere verursacht werden, sind insbesondere Verletzungen / Unfälle, Infektionen und allergische Reaktionen.

Therapeutischer und pädagogischer Nutzen müssen gegenüber gesundheitlichen Gefahren abgewogen werden.

Weitere Verhaltensregeln

  • Die Tierhaltung sowie der Umgang der Patientinnen und Patienten mit den Tieren muss je nach Eigenverantwortungsfähigkeit der Pflegebedürftigen angeleitet und durch die Mitarbeiter beobachtet und unterstützt werden.

  • Ein Gesichts- und Lippenkontakt zu Tieren sowie ein Belecken muss dringend vermie­den werden. Falls es doch dazu kommt, muss die beleckte Körperstelle abgewaschen werden.

  • Bei Kontamination der Kleidung während des Tierkontaktes ist diese zu wechseln.

  • Die persönliche Hygiene von Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitern beim Um­gang mit Tieren (Händereinigung, bzw. Händedesinfektion) ist zu beachten.

  • Vor und nach Kontakt mit dem Tier ist auf eine entsprechende Händehygiene zu achten. Die Hygienische Händedesinfektion ist zu bevorzugen. Nur wenn diese nicht möglich ist, muss eine Händewaschung vorgenommen werden. Das Desinfektionsmittel ist auch unter dem Aspekt auszuwählen, dass die Tiere damit verbundene Gerüche akzeptieren.

  • Der Therapiebegleithund wird unter Aufsicht auf den Stationen eingesetzt. Er darf in keine anderen als die o.g. Räume mitgenommen werden, insbesondere nicht in Speise­räume, Teeküchen, Küchen und Medizinische Diensträume (Untersuchungsräume etc.). Der Hund benötigt in jedem Bereich einen Rückzugsort.

  • Sollte sich der Hund im Patientenzimmer aufhalten, darf er kein Zugang zum Bett, in den Sanitärbereich und zu Nahrungsmitteln haben.

  • Bei gutem Wetter ist auch ein Einsatz im Freien auf dem Klinikgelände möglich.

  • Die Dienstzeiten des Hundes erfolgen in Absprache mit dem jeweiligen Hundehalter, sollte in der Regel aber nicht mehr als zwei Stunden pro Woche und pro Hund betragen. Die Maßnahme ist freiwillig, eine Vergütung erfolgt nicht.

  • Gefüttert werden darf das Tier nur auf Anweisung des Halters. Der Trinknapf ist sauber zu halten und täglich zu reinigen. Bereiche, die einen Steckbeckenautomaten vorhalten, können die Behälter zur Nahrungsaufnahme in diesem desinfizierend reinigen. In Bereichen ohne, muss eine Vorreinigung mittels Zellstoff erfolgen. Die komplette Reinigung wird in der Häuslichkeit des Tierhalters beendet.

  • Fußböden und Gegenstände, mit denen der Hund Kontakt hat, sind täglich und nach Kontamination zu desinfizieren.

  • Tierbezogene Utensilien (Leine, Spielzeug, Weste u. ä.) sollen wischdesinfiziert werden. Das Waschen der Decken (möglichst bei 60°C) erfolgt mindestens (bei Kontamination sofort) einmal pro Woche durch den Halter im häuslichen Bereich. Matten und andere Gegenstände, die nicht gewaschen werden können, sind regelmäßig auszutauschen. Bei der Lagerhaltung ist auf strikte Trennung zu krankenhausspezifischen Gegen­ständen zu achten.

Stand: Oktober 2014


Hygienebewusste Hundehaltung


siehe auch - Patienteninformation zur Hygiene-bewussten Hundehaltung

Patienteninformation zur Hygiene-bewussten Hundehaltung

In der Universitätsmedizin Rostock werden im Bereich der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie auf allen Stationen (P1-8) und in der Tagesklinik Bad Doberan sogenannte „Therapiebegleithunde“ eingesetzt.

Risiken

Jede Tierhaltung birgt eine gesundheitliche Gefahr, z. B. in Form von Infektions- und Allergie-Risiken, in sich.

Therapeutische und pädagogische Unterstützungsmöglichkeiten müssen gegenüber gesundheitlichen Aspekten abgewogen werden.

Hygienehinweise zur Therapiehund-Haltung

Mit den folgenden Hinweisen, die insbesondere die hygienischen Aspekte beinhalten, sind Sie einverstanden und halten Sie zu Ihrem Schutz und zum Schutz der Tiere ein:

Räumlichkeiten

Der Therapiebegleithund wird eingesetzt auf den Stationen P1-8 und der Tagesklinik in Bad Doberan. Er darf in keine anderen als die o.g.Bereiche mitgenommen werden, insbesondere nicht in Speiseräume, Teeküchen und Küchen.

Sollte der Hund sich im Patientenzimmer aufhalten, darf dieser kein Zugang zum Bett, in den Sanitärbereich und zu Nahrungsmitteln haben.

Bei gutem Wetter kann auch ein Einsatz im Freien auf dem Klinikgelände stattfinden.

Verhaltensregeln

  • Ein Gesichts- und Lippenkontakt zu Tieren, sowie ein Belecken muss dringend vermieden werden. Falls es doch dazu kommt, ist die beleckte Körperstelle zu waschen.

  • Kommt es zu einer Kontamination der Kleidung während des Tierkontaktes, ist diese zu wechseln.

  • Vor dem körperlichen Kontakt des Hundes müssen Sie eine Hände­waschung vornehmen. Nach der Therapie mit dem Hund muss eine Händedesinfektion vorgenommen werden.

  • Die tiergestützte Therapie erfolgt freiwillig, eventuell mit Ermutigung.

  • Als Kontraindikationen werden berücksichtigt:
    • Allergien,
    • akute Infektionen,
    • chron. Atemwegserkrankungen,
    • Kolonisation und Infektion mit MRSA und/oder anderen multiresistenten Erregern,
    • offene Wunden an den Extremitäten,
    • Abneigung gegen bzw. Angst vor Hunden.

Stand: Oktober 2014


Patienteninformation zur Hygiene-bewussten Hundehaltung


Inhalt - BHO - al­pha­be­tisch sortiert