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Basishygieneordnung der UMR

Hygienebewusste Hundehaltung

Allgemeines

In der Universitätsmedizin Rostock werden im Bereich der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie auf allen Stationen (P1-8) und in der Tagesklinik Bad Doberan sogenannte „Therapiebegleithunde“ eingesetzt.

Bei gutem Wetter kann auch ein Einsatz im Freien auf dem parkähnlichen Klinik­gelände erfolgen.

Diese Hunde unterstützen im psychiatrischen Bereich die psychische Entwicklung/Gesundung der Patienten.

Rechtslage

Die Krankenhaushygiene ist in der Bundesrepublik allgemein durch das Infektions­schutzgesetz geregelt und durch die Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert-Koch-Instituts präzisiert.

Zu beachten sind in der jeweils aktuellen Version

  • die Biostoff-Verordnung
  • die ergänzenden technischen Regeln TRBA 250 und 400

und im konkreten Fall

  • das Tierschutzgesetz (TierSchG, März 2017) und
  • das Tierseuchengesetz (TierSG)

Voraussetzungen

Vor Etablierung der Therapie ist eine Meldung an das örtliche Gesundheitsamt und Veterinäramt erfolgt.

Eine Begehung durch Vertreter dieser Behörden wird jederzeit gerne ermöglicht.

Die nachfolgenden Punkte müssen bei der Tierhaltung in der KPP beachtet werden.

Tiere

Jeder Therapiebegleithund, der in der Klinik eingesetzt wird, muss dafür geeignet sein, muss also ein ausgeglichenes und nicht-aggressives Wesen haben und gesund sein.

Eine entsprechende tierärztliche Bescheinigung kann verlangt werden.

Für den Gesundheitszustand des Hundes, einschließlich Impfstatus, ist der Halter zuständig.

Überprüfung des Gesundheitszustandes des Tieres

  • Regelmäßige veterinärmedizinische Untersuchung, einschließlich
    • Impfungen
    • Entwurmung
    • Allgemeine Erkrankungen
    • Ektoparasiten etc.
  • Diese schriftlichen Nachweise sollen am Pflegestützpunkt vorhanden sein und sind auf Verlangen des Amtes vorzuzeigen.
    • Ausweis
    • Entwurmungskalender etc.
  • Tiere, die mit Rohfleisch gefüttert werden und läufige Hündinnen sollen nicht zur Therapie eingesetzt werden.
  • Es haben eine veterinärmedizinische Eingangsuntersuchung und halbjährliche Folgeuntersuchungen zu erfolgen.
  • Eine Bescheinigung über die Eignung des Hundes muss jährlich erneuert werden.

In der Klinik hat eine artgerechte Haltung des Tieres zu erfolgen.

Ein Zertifikat, das die Eignung als Therapiehund belegt, muss vorhanden sein.

Des Weiteren ist für jeden Hund die feste schriftlich benannte Bezugsperson stets der Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterin des Hauses, der/die auch Besitzer und Halter des Hundes ist.

Dieser ist verantwortlich, dass die für den Kontakt mit Patienten festgelegten Rahmenbedingungen eingehalten werden.

Eine Weitergabe des Hundes an andere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zum Zwecke des Patientenkontakts ist nicht gestattet.

Zur Therapie erscheint der Hund gesäubert, frisch gekämmt und auf Ektoparasiten inspiziert. Die Krallen der Hunde müssen kurz gehalten sein und frei von scharfen Kanten.

Der Hund darf keine Anzeichen einer akuten Infektion aufweisen. Sollte dieses der Fall sein, bzw. bei geringsten Krankheitsanzeichen, muss der Hund der Einrichtung fern bleiben und von einem Veterinärmediziner untersucht werden. Dieser legt fest, wann das Tier wieder einsatzfähig ist.

In der Klinik darf sich der Hund nicht unbeaufsichtigt bewegen.

Er muss als „Therapiebegleithund“ bzw. „Therapietier im Dienst“ mittels Weste oder Halsband gekennzeichnet, erkennbar sein.

Patient

Die Teilnahme des Patienten am Besuchsprogramm von Therapiebegleithunden wird vom behandelnden Arzt schriftlich verordnet.

Diese Teilnahme erfolgt dann freiwillig, eventuell mit Ermutigung.

Als Kontraindikationen werden berücksichtigt:

  • Allergien
  • Schwere Immunsuppression
  • Akute Infektionen
  • Chronische Atemwegserkrankungen
  • Kolonisation und Infektion mit MRSA und/oder anderen multiresistenten Erregern
  • Offene Wunden
  • Mangelnde Compliance für die Händehygiene
  • Abneigung gegen Tiere bzw. Angst

Personal

Das Einverständnis des Personals im Bereich, in dem sich der Hund regelmäßig aufhält, muss eingeholt werden.

Dies regelmäßig sicherzustellen und zu dokumentieren ist Aufgabe der Einrichtungs­leitung und kann an die ärztlichen Mitarbeiter der jeweiligen Stationen bzw. Tagesklinik delegiert werden.

Das Personal ist über die erforderlichen Hygienemaßnahmen regelmäßig zu belehren.

Zuständig sind die jeweiligen Bezugspersonen der Tiere sowie der Hygiene­beauftragte.

Medizinisches Personal darf in Dienstkleidung keinen Kontakt zum Tier haben.

Risiken

Mögliche Gefährdungen der menschlichen Gesundheit, die durch Tiere verursacht werden, sind insbesondere

  • Verletzungen/Unfälle
  • Infektionen
  • Allergische Reaktionen

Therapeutischer und pädagogischer Nutzen müssen gegenüber gesundheitlichen Gefahren abgewogen werden.

Weitere Verhaltensregeln

Anleitung

Die Tierhaltung sowie der Umgang der Patientinnen und Patienten mit den Tieren, muss je nach Eigenverantwortungsfähigkeit der Pflegebedürftigen, angeleitet und durch die Mitarbeiter beobachtet und unterstützt werden.

Kontakt

Ein Gesichts- und Lippenkontakt zu Tieren sowie ein Belecken muss dringend vermieden werden.

Falls es doch dazu kommt, muss die beleckte Körperstelle abgewaschen werden.
Vor und nach Kontakt mit dem Tier ist auf eine entsprechende Händehygiene zu achten.

Die Hygienische Händedesinfektion ist zu bevorzugen.

Nur wenn diese nicht möglich ist, muss eine Händewaschung vorgenommen werden.

Kleidung

Bei Kontamination der Kleidung während des Tierkontaktes, ist diese zu wechseln.

Hygiene

Die persönliche Hygiene von Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitern beim Umgang mit Tieren ist zu beachten.

  • Händereinigung
  • Händedesinfektion

Desinfektionsmittel

Das Desinfektionsmittel ist auch unter dem Aspekt auszuwählen, dass die Tiere damit verbundene Gerüche akzeptieren.

Station

Der Therapiebegleithund wird unter Aufsicht auf den Stationen eingesetzt.

Er darf in keine anderen als die oben genannten Räume mitgenommen werden, insbesondere nicht in

  • Speiseräume
  • Teeküchen
  • Küchen
  • Medizinische Diensträume
  • Untersuchungsräume etc.

Der Hund benötigt in jedem Bereich einen Rückzugsort.

Patientenzimmer

Sollte sich der Hund im Patientenzimmer aufhalten, darf er kein Zugang haben:

  • zum Bett
  • dem Sanitärbereich
  • zu Nahrungsmitteln

Klinikgelände

Bei gutem Wetter ist auch ein Einsatz im Freien auf dem Klinikgelände möglich.

Dienstzeiten

Die Dienstzeiten des Hundes erfolgen in Absprache mit dem jeweiligen Hunde­halter, sollte in der Regel aber nicht mehr als zwei Stunden pro Woche und pro Hund betragen.

Vergütung

Die Maßnahme ist freiwillig, eine Vergütung erfolgt nicht.

Fütterung

  • Gefüttert werden darf das Tier nur auf Anweisung des Halters.
  • Der Trinknapf ist sauber zu halten und täglich zu reinigen.
  • Bereiche, die einen Steckbeckenautomaten vorhalten, können die Behälter zur Nahrungsaufnahme in diesem desinfizierend reinigen.
  • In Bereichen ohne Steckbeckenautomat muss eine Vorreinigung mittels Zellstoff erfolgen. Die komplette Reinigung wird in der Häuslichkeit des Tierhalters beendet.

Reinigung/Desinfektion

  • Fußböden und Gegenstände, mit denen der Hund Kontakt hat, sind täglich und nach Kontamination zu desinfizieren.
  • Tierbezogene Utensilien sollen wischdesinfiziert werden.
    • Leine
    • Spielzeug
    • Weste u. ä.

  • Das Waschen der Decken erfolgt mindestens einmal pro Woche durch den Halter im häuslichen Bereich.
    • möglichst bei 60°C
    • bei Kontamination Reinigung sofort

  • Matten und andere Gegenstände, die nicht gewaschen werden können, sind regelmäßig auszutauschen.
    • Bei der Lagerhaltung ist auf strikte Trennung zu krankenhausspezifischen Gegenständen zu achten.

 

 


Stand: September 2017


Hygienebewusste Hundehaltung


siehe auch - Patienteninformation zur Hygiene-bewussten Hundehaltung

Patienteninformation zur Hygiene-bewussten Hundehaltung

In der Universitätsmedizin Rostock werden im Bereich der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie auf allen Stationen (P1-8) und in der Tagesklinik Bad Doberan sogenannte „Therapiebegleithunde“ eingesetzt.

Risiken

Jede Tierhaltung birgt eine gesundheitliche Gefahr, z. B. in Form von Infektions- und Allergie-Risiken, in sich.

Therapeutische und pädagogische Unterstützungsmöglichkeiten müssen gegenüber gesundheitlichen Aspekten abgewogen werden.

Hygienehinweise zur Therapiehund-Haltung

Mit den folgenden Hinweisen, die insbesondere die hygienischen Aspekte beinhalten, sind Sie einverstanden und halten Sie zu Ihrem Schutz und zum Schutz der Tiere ein:

Räumlichkeiten

Der Therapiebegleithund wird eingesetzt auf den Stationen P1-8 und der Tagesklinik in Bad Doberan. Er darf in keine anderen als die o.g.Bereiche mitgenommen werden, insbesondere nicht in Speiseräume, Teeküchen und Küchen.

Sollte der Hund sich im Patientenzimmer aufhalten, darf dieser kein Zugang zum Bett, in den Sanitärbereich und zu Nahrungsmitteln haben.

Bei gutem Wetter kann auch ein Einsatz im Freien auf dem Klinikgelände stattfinden.

Verhaltensregeln

  • Ein Gesichts- und Lippenkontakt zu Tieren, sowie ein Belecken muss dringend vermieden werden. Falls es doch dazu kommt, ist die beleckte Körperstelle zu waschen.

  • Kommt es zu einer Kontamination der Kleidung während des Tierkontaktes, ist diese zu wechseln.

  • Vor dem körperlichen Kontakt des Hundes müssen Sie eine Hände­waschung vornehmen. Nach der Therapie mit dem Hund muss eine Händedesinfektion vorgenommen werden.

  • Die tiergestützte Therapie erfolgt freiwillig, eventuell mit Ermutigung.

  • Als Kontraindikationen werden berücksichtigt:
    • Allergien,
    • akute Infektionen,
    • chron. Atemwegserkrankungen,
    • Kolonisation und Infektion mit MRSA und/oder anderen multiresistenten Erregern,
    • offene Wunden an den Extremitäten,
    • Abneigung gegen bzw. Angst vor Hunden.

Stand: Oktober 2014


Patienteninformation zur Hygiene-bewussten Hundehaltung


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