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Basishygieneordnung der UMR

Zusatz zur BHO

Hygieneordnung der Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA)


Auf der Grundlage...

  • des Infektionsschutzgesetzes (IfSG)
  • der Landeshygieneverordnung (MedHygVO M-V)
  • des Medizinproduktegesetzes (MPG)
  • der Biostoffverordnung (BioStoffV)
  • der Technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250)
  • der LAGA (Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall) Richtlinie
  • der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert-Koch-Instituts
  • der Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie)
  • der BG-Vorschriften / Unfallverhütungsvorschriften (BGV/UVV)
  • und den spezifischen Bedingungen der Universitätsmedizin Rostock

wurde diese Hygieneordnung unter Einbeziehung der Mitarbeiter erarbeitet.

Die Hygieneordnung bildet die Grundlage für die praktische Durchsetzung der Belange der Krankenhaushygiene und soll den Mitarbeitern bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung dienen.

Die Hygieneordnung ist laut § 8 (2) der MedHygVO M-V allen in der Einrichtung tätigen Personen, soweit sie den Hygieneplan einzuhalten haben, in ihrer jeweils geltenden Fassung zur Kenntnis zu bringen.

Diese sind zur Einhaltung der Hygieneordnung verpflichtet. Die Kenntnisnahme ist bei Aufnahme der Beschäftigung sowie nach jeder Überarbeitung der Basishygiene­ordnung schriftlich zu dokumentieren.

Bei Rückfragen (z. B. bezüglich der Bedeutung anderer Gesetze und Verordnungen zu diesem Thema) wenden Sie sich bitte an das Team der Krankenhaushygiene.

Prof. Dr. C. Schmidt
MPH Ärztlicher Vorstand

A. Laban
Pflegevorstand

H. Jeguschke
Kaufmännischer Vorstand

Prof. Dr. E. Reisinger
Wissenschaftlicher Vorstand

Prof. Dr. Dr. A. Podbielski
Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene

1. Verantwortlichkeit

Verantwortlich für die Einhaltung der im folgenden beschriebenen Verhaltensregeln und die Durchführung der Hygienemaßnahmen ist die jeweilige ZSVA–Leitung und der Qualitätsmanagementbeauftragte.

2. Grundsätzliches

Die ZSVA ist eine eigenständige Abteilung an der UMR.

Die ZSVA dient der Aufbereitung von gebrauchten, verschmutzten und mikrobiell kontaminierten wiederaufbereitbaren Medizinprodukten (MP) aus verschiedenen Bereichen des Krankenhauses.

Für die Aufbereitung ist eine klare räumliche Trennung des unreinen und reinen (Packbereich/Sterilgutentnahme) Bereiches erforderlich, um die notwendigen Hygienemaßnahmen umsetzen und Kreuzkontaminationen vermeiden zu können.

In unmittelbarer Nähe zu den Räumen der Aufbereitung müssen Umkleideräume, Toiletten und Pausenräume, die den Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und Biostoffverordnung (BioStoffV) entsprechen, vorgehalten werden. Hier muss eine getrennte Aufbewahrung der Arbeitskleidung und der privaten Kleidung möglich sein.

Es müssen ausreichend geeignete Arbeitsflächen und Lagermöglichkeiten sowie die Voraussetzungen für die Händehygiene vorhanden sein.

3. Mitgeltende Unterlagen

3.1 Qualitätsmanagement – Handbuch der UMR

Betrifft Festlegung der

  • Strukturqualität
  • Prozessqualität
  • Ergebnisqualität

3.3 Desinfektionsmittelpläne

4. Personalbezogene Maßnahmen/Schutzmaßnahmen

4.1 Allgemein

  • Nicht zum Stammpersonal gehörende Personen/Mitarbeiter haben sich vor dem Zutritt beim diensthabenden Personal zu melden.
  • Der Zutritt erfolgt nur mit Überschuhen, Schutzkittel und Kopfhaube.
  • Besucher die ausschließlich das Büro der ZSVA –Leitung betreten, müssen keine Schutzkleidung anlegen.
  • Essen und Trinken ist nur in dem dafür vorgesehenen Aufenthaltsraum gestattet
  • Bei Verletzungen durch scharfe/spitze Gegenstände sind die Abläufe der Übersichtstafel „Sofortmaßnahmen“ (siehe Anhang bzw. BHO/Nadelstich­verletzung) einzuhalten.

4.2 Bekleidungsordnung

(siehe BHO/Bekleidungsordnung)

Das Einhalten der Bekleidungsordnung ist für alle Mitarbeiter des Klinikums verbindlich.

Den Mitarbeitern wird die Hygienekleidung durch das Klinikum in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung gestellt.

4.2.1 Berufskleidung

  • Bei Dienstbeginn ist Berufskleidung (z. B. weiß/blau) anzulegen.
  • Berufskleidung ist täglich zu wechseln bzw. sofort bei Kontamination.
  • Schmutzige Kleidung ist in einem Wäschesack zu sammeln und der Wäscherei zuzuführen.
  • Das Waschen in Privathaushalten muss aus infektionsprophylaktischen Gründen unterbleiben.
  • Es sind geschlossene Bereichsschuhe (feuchtigkeitsdicht und maschinell desinfizierbar) an zulegen.

4.2.2.Schutzkleidung

  • Wird die ZSVA für Dienstgänge innerhalb des Klinikums verlassen, ist ein Einmalschutzkittel anzulegen und die Bereichsschuhe zu wechseln.
  • Bei der Ver-/Entsorgung der OP-Abteilung von Medizinprodukten (reiner/unreiner Fahrstuhl) ist ein Einmalschutzkittel anzulegen.
  • Vor Betreten des OP-Flures erfolgt eine hygienische Händedesinfektion.
  • Die Schutzbekleidung ist beim Wiederbetreten der ZSVA zu entsorgen. Danach erfolgt eine Hygienische Händedesinfektion

4.3 Händehygiene

(siehe BHO/Händehygiene)

4.3.1  Händedesinfektion

Eine hygienische Händedesinfektion ist so durchzuführen, dass die Kontaminations­flora auf den Händen weitgehend abgetötet wird.

Der für den Bereich erarbeitete Desinfektionsplan ist einzuhalten!

  • Händedesinfektionsmittel in Originalflaschen belassen, kein Umfüllen, Entnahme aus Spendern, Flaschen (ev. Taschenflaschen)
  • Die Größe der Händedesinfektionsmittelflasche ist der Größe des Spenders anzupassen.
  • Standzeit von Händedesinfektionsmittel:
    • im Spender: 6 Monate
    • in Flaschen mit Dosierpumpe: 12 Monate

Wann:

  • Vor Betreten des reinen Bereiches (Packbereich/Sterilgutentnahme)
  • Vor Entnahme von desinfizierten Medizinprodukten bzw. sterilisierten Instrumenten
  • Nach Kontakt mit kontaminierten Material und Entsorgungsmaterialien
  • Nach Ablegen der Schutzhandschuhe

Wie:

  • Alkoholisches Händedesinfektionsmittel 30 Sekunden auf sämtliche Bereiche der trockenen Hände verreiben, für die Dauer der Einwirkzeit Haut feucht halten
  • Durchführung nach der standardisierten Einreibemethode (siehe Schautafeln Händehygiene)

4.3.2 Händewaschen

  • Die Händedesinfektion ist der Händewaschung vorzuziehen, da sie effektiver die Keimzahl reduziert.
  • Stark verschmutzte Hände (nach Kontamination mit Körperflüssigkeiten) vorsichtig abspülen und abtrocknen. Es ist darauf zu achten, dass Umgebung und Kleidung nicht bespritzt werden.
  • Der Kontaminationsbereich ist danach zu desinfizieren, ggf. ist der Kittel zu wechseln.
  • Im Anschluss erfolgt eine Händedesinfektion (Hände müssen vollständig trocken sein).

4.3.3 Ausstattung der Waschplätze

  • Seifen- und Händedesinfektionsmittelspender nur mit Einmalflaschen bestücken, nicht umfüllen
  • Keine Seifenstücke verwenden.
  • Handtuchspender und entsprechende Abwurfmöglichkeiten
  • Keine Gemeinschaftshandtücher
  • Hautpflegemittel aus Spender oder Tuben

4.3.4 Fingernägel

  • Fingernägel sind in der ZSVA kurz zu halten, d. h. sie schließen mit den Fingerkuppen ab.
  • Keine künstlichen Fingernägel (aufgeklebt oder „gel“-modelliert)
  • Kein Nagellack!
  • Verwendung nur bei medizinischer Indikation mit entsprechendem ärztlichem Attest!
  • Die Oberfläche der Fingernägel darf nicht rissig sein.

4.3.5 Hautschutz und –pflege

  • Hautschutzcreme bzw. Pflegelotion/-creme gründlich einmassieren
  • Während der Arbeitszeit: mehrmals täglich mit leichter, schnell einziehender Öl-in Wasser Emulsion (O/W-Emulsion) eincremen.
  • Vor Pausen und bei Arbeitsende fetthaltige Wasser-in Öl Emulsion (W/O-Produkte) einsetzen.
  • Es sind nur Cremetuben zu verwenden!

4.4 Handschuhe (HS)

4.4.1 Allgemein

Handschuhe müssen fest, flüssigkeitsdicht, allergenarm und beständig gegenüber den eingesetzten Desinfektionsmitteln sein.

Für Reinigungsarbeiten sind HS mit verlängerten Schaft zu verwenden (verhindert das Eindringen der kontaminierten Reinigungsflüssigkeit beim Eintauchen des Handschuhs).

Eine Desinfektion der Handschuhe ist bei Beachtung folgender Voraussetzungen möglich:

  • Nachgewiesene Desinfizierbarkeit der Handschuhe
  • Kein vorangegangenes Perforationsrisiko und keine bemerkte Perforation
  • Keine Kontamination mit Blut, Sekreten, Exkreten
  • Keine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Kontamination mit Viren oder multiresistenten Erregern

4.4.2 Schutzhandschuhe

  • Zum Desinfizieren und Reinigen benutzter Instrumente, Geräte und Flächen
  • Beim Umgang mit infektiösen Material
  • Bei Arbeiten, bei denen mit Verschmutzung zu rechnen ist
  • Nach Beendigung der Arbeit in den Abfalleimer entsorgen, anschließend hygienische Händedesinfektion

5. Umgebungs- und materialbezogene Maßnahmen

5.1 Instrumenten/MP-Aufbereitung

Der Gesamtprozess zur Aufbereitung wiederverwendbarer Medizinprodukte (MP) wird im QM-Handbuch durch Verfahrens- bzw. Prozessbeschreibungen dokumentiert.

Archivierungsfristen und –orte sind im QM-Handbuch ausgewiesen.

5.2 Lagerung von MP

5.2.1 Allgemein

  • Ein Sterilgutlager ist nicht vorhanden.
  • Organisation der Vorratshaltung nach first-in /first-out-Prinzip
  • Regelmäßige Überprüfung der Verfallsdaten und auf Beschädigung (Dokumentation)
  • Regelmäßige Reinigung der Schränke (Dokumentation)

5.3 Unreiner Bereich

5.3.1 Allgemein

  • Zum unreinen Bereich gehört die Annahme von kontaminierten Instrumenten/MP und der Waschbereich.
  • Das Umpacken der kontaminierten Instrumente//MP soll weitestgehend vermieden werden.

5.3.2 Persönliche Schutzkleidung

(siehe BHO/Bekleidungsordnung)

Während der Tätigkeit zur MP-Aufbereitung bei denen mit Kontamination durch potentiell infektiöse Flüssigkeiten und/oder Aerosole durch Versprühen oder Verspritzen gerechnet werden kann, ist das Anlegen folgender persönlicher Schutzausrüstung (PSA) erforderlich:

  • Flüssigkeitsdichte Schürze
  • Mund-/Nasenschutz
  • Schutzhandschuhe
    (fest, flüssigkeitsdicht, Desinfektionsmittelbeständig mit verlängerten Schaft)
  • Kopfhaube
  • Schutzbrille/tgl. Wechsel oder bei Bedarf

Beim Wechsel der jeweiligen Schutzbekleidung erfolgt eine hygienische Hände­desinfektion.

Beim Verlassen der unreinen Seite wird die PSA abgelegt und in die entsprechenden Entsorgungsbehältnisse entsorgt.

PSA ist staubgeschützt zu lagern.

Führt der Mitarbeiter zunächst Arbeiten auf der unreinen Seite aus und soll dieser dann auf der reinen Seite arbeiten, ist die Berufsbekleidung (blau/weiß) zu wechseln.

5.4 Reiner Bereich

5.4.1 Allgemein

  • Zum reinen Bereich sind folgende Räume zugeordnet:
  • Packzone
  • Sterilgutentnahme
  • Vor dem Betreten dieser Bereiche ist eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen und eine Kopfhaube anzulegen.
  • Vor Entnahme der sterilisierten MP (Container) aus dem Sterilisator ist eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen.

6. Flächendesinfektion

(siehe BHO/Desinfektion)

6.1  Allgemein

  • Beim Umgang mit Flächendesinfektionsmitteln Handschuhe, wenn nötig Schutzbrille, verwenden.
  • Wasser (ca. 20°C) abmessen, Desinfektionsmittel zusetzen (siehe Dosiertabelle), Gebrauchslösung gut durchmischen
  • Kein Zusatz von Reinigungsmitteln, wenn nicht ausdrücklich zugelassen.
  • Desinfektionsmittel in erforderlicher Konzentration gemäß dem aktuellen Desinfektionsplan einsetzen.
  • Nach allen routinemäßigen Flächendesinfektionen kann die Fläche wieder­benutzt werden, sobald sie sichtbar trocken ist.
  • Keine kontaminierten Reinigungstücher in die Desinfektionsmittellösung eintauchen.
  • Reinigungstücher sind nach einmaligem Gebrauch desinfizierend aufzubereiten bzw. zu entsorgen.
  • Alkoholhaltige Desinfektionsmittel (z. B. Bacillol AF) nicht zur großflächigen Desinfektion einsetzen (Explosion-/Brandgefahr).
  • Sprühdesinfektion nur in Bereichen, die durch Wischdesinfektion nicht erreichbar sind (Personal-/Arbeitsschutz)
  • Flächendesinfektion ist erforderlich vor Tätigkeiten mit erhöhten hygienischen Anforderungen (z. B. Abstellflächen für den Transport von aufbereiteten MP).

6.2 Routinemäßige Reinigung/Desinfektion

  • Desinfizierende Reinigung der gesamten begehbaren Fußbodenfläche der ZSVA.
  • Potenziell verschmutzte bzw. kontaminierte Flächen/Geräte

7. Abfallentsorgung

(siehe BHO/Abfälle bzw. Abfallordnung der UMR)

Abfälle, die im Rahmen des gesamten Aufbereitungsprozesses innerhalb der ZSVA anfallen und von denen kein Verletzungsrisiko ausgeht, können mit dem regulären Hausmüll entsorgt werden.

Scharfe/spitze Gegenstände müssen in durchstichsicheren Behältnissen entsorgt werden.

8. Wäscheentsorgung

(siehe BHO/Wäsche)

Benutzte Textilien können der normalen Wäscheentsorgung zugeführt werden.

9. Mikrobiologische Untersuchungen

9.1 VE-Wasser

  • 1x jährlich Überprüfung durch das Krankenhaushygienelabor der UMR.
  • Die Anforderung der Untersuchung erfolgt von der ZSVA-Leitung.

9.2 Trinkwasseruntersuchungen

Untersuchung erfolgt automatisch durch das Krankenhaushygienelabor der UMR.

9.3 Umgebungsuntersuchungen/Abklatschtest

  • 1x jährlich
  • Anforderung des Testmaterials und Durchführung erfolgt durch die ZSVA-Leitung.
  • Kopien der Testergebnisse werden der Krankenhaushygiene zugesandt.

10. Kenntnisnahme und Unterschriften

Jeder Mitarbeiter/jede Mitarbeiterin ist verpflichtet die Hygieneordnung einzuhalten.

Mit ihrer/seiner Unterschrift bestätigt jede/jeder Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter, dass sie/er den Inhalt der Hygieneordnung zur Kenntnis genommen hat.

Sie/er bestätigt weiterhin, dass sie/er alle zum Verständnis notwendigen Erläuterungen angefordert und erhalten hat.


Stand: Mai 2016


Hygieneordnung der Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung