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II - Nukleinsäurenachweise



Aspergillus spp. - PCR


Allgemeines

  • Die PCR ist spezifisch und sehr sensitiv für Aspergillus spp..
  • Deshalb können auch Umweltkontaminanten erfasst werden.
  • Entsprechende Sorgfalt bei der Materialentnahme ist erforderlich.

Indikation

  • Monitoring von Hoch-Risiko-Patienten
  • Verdacht auf
    • pulmonale Aspergillose
    • cerebrale Aspergillose
    • Organ Aspergillose

Dauer der Auftragsbearbeitung

  • Ein Nachweis ist innerhalb von 2-3 Werktagen möglich

Untersuchungsmaterial

  • EDTA-Blut
  • Bronchialsekret
  • BAL
  • Liquor
  • Gewebebiopsie

Nachweisverfahren

Methode/Ziel-Gen

  • Nested PCR einer mito­chondrialen Zielsequenz

Bemerkungen

Eventuelle antimykotische Vortherapien senken die Sensitivität der PCR.

Nukleinsäurenachweise sind unabhängig von der Erregervitalität
(siehe Allgemeine Bemer­kungen zur Molekularbio­logische Diagnostik).

Da im Verlauf einer Aspergillose die Nach­weismöglichkeit z. B. im EDTA-Blut schwankt, ist es sinnvoll, mehrfach Ma­terialproben für die Unter­suchung einzusenden.

80-90% der klin. relevan­ten Nachweise umfassen Isolate aus der Sektion A.fumigatus.

A.niger kommt ubiquitär vor. Daher ist ein entspre­chender Nachweis beson­ders vorsichtig zu interpre­tieren.

Sprosspilze oder Zygomy­zeten werden von dieser PCR nicht erfasst!


Spektrum nachgewiesener Erreger

Aspergillus spp., insbe­sondere

  • A. fumigatus,
  • A. flavus und
  • A. niger

Sensitivitätsgrenze des Verfahrens

  • ca. 1-10 Genom­äquivalente

ICD10-Kodierung

Pilzinfektion der Lunge

  • J17.2

Pulmonale Aspergillose

  • B44.0,
  • B44.1

Disseminierte Aspergil­lose

  • B44.7

Interpretation

Die Interpretation hat immer im Kontext mit dem klinischen Bild zu erfolgen.

  • Dies gilt insbesondere bei primär nicht sterilen Materialien (Sputum, BAL), die phy­siologischerweise geringe Mengen von Aspergillus spp. enthalten können. Hier kann eventuell über den Nachweis einer hohen Zahl genomischer DNA-Mole­küle auf eine klinische Relevanz geschlossen werden.
  • Der Nachweis im EDTA-Blut setzt den Einbruch des Pilzes in das Gefäßsystem vor­aus und ist somit ein wichtiges Indiz für eine Therapieentscheidung.
  • Umgekehrt schließt eine negative nested Aspergillus spp. - PCR im EDTA-Blut eine pulmonale Infektion mit diesem Erreger nicht aus. Dies gilt insbesondere unter The­rapie mit modernen Antimykotika.
  • Positive Amplifikate werden von uns zur Bestätigung immer sequenziert.
  • Bei geringen Amplifikatmengen z. B. bei einer geringen Zahl von genomischen DNA Molekülen im Ausgangsmaterial, lässt sich aber oft keine eindeutige Sequenz ablei­ten.
  • Parallel sollte immer ein Serum zur Aspergillus-Antigen-Bestimmung eingeschickt werden.
  • Die Befunde der Aspergillus-PCR und der Aspergillus-Antigen-Bestimmung können aufgrund unterschiedlicher Sensitivität divergieren.
  • Falsch-Positive-Aspergillus-Antigen-Nachweise kommen bei bestimmten Antibiotika-Therapien vor (z.B.: Tazobactam, Unazid).

Siehe Infektionsserologie-"Aspergillus spp."


Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik erfolgen!


Stand: März 2007


Auszug Einsenderhinweise

II - Nukleinsäurenachweise

(alphabetisch geordnet)

N

keine Eintragungen

O

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Q

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R

keine Eintragungen

S

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U

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V

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W

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X

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Y

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Z

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