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II - Nukleinsäurenachweise



MOTT / Atypische Mykobakterien Identifizierung


Allgemeines

  • Atypische Mykobakterien sind ubiquitär, eine direkte PCR aus dem Patientenmate­rial ist deshalb nicht sinnvoll.
  • Die PCR zum Nachweis atypischer Mykobakterien wird deshalb immer nur nach kul­tureller Anzucht durchgeführt.
  • Die PCR erkennt ein breites Spektrum an Mykobakterien, auch die des TB-Komple­xes. Deshalb wird ein Ergebnis immer erst nach durchgeführter Sequenzierung und Ab­gleich mit den publizierten Sequenzen mitgeteilt.

Indikation

  • Positive mykobakterielle Flüssig- oder Festkultur

Dauer der Auftragsbearbeitung

Kultur

  • 2-8 Wochen

PCR und Sequenzierung

  • ca. 5 Werktage

Untersuchungsmaterial

Zumeist respiratorischem Material:

  • Sputum
  • Trachealsekret
  • Bronchialsekret
  • Bronchoalveoläre Lavage (BAL)
  • Pleurapunktate
  • Gewebebioptate

Außerdem können noch

  • Urin
  • Genitale Sekrete und
  • Gewebebioptate (Lymphknoten, Knochen) sowie
  • Proben von soliden Organen (Leber, Milz)

untersucht werden.


Nachweisverfahren

Methode/Zielgen

  • Einfache PCR des 16S rDNA- Gens

Methode/Zielgen

  • Einfache PCR des Heatshock-Protein 65 (HSP65)- Gens

Identifizierung mittels Sequenzierung und Sequenzabgleich


Bemerkungen

Eventuelle antibiotische Vortherapien senken die Sensitivität der PCR.

Nukleinsäurenachweise sind jedoch prinzpiell un­abhängig von der Erreger­vitalität
(siehe Allgemeine Bemer­kungen zur Molekularbio­logische Diagnostik).


Spektrum nachgewiesener Erreger

  • Alle bekannten Mykobakterien

Sensitivitätsgrenze des Verfahrens

  • ca. 500 Genomäquivalente
    (spielt bei positiver Kultur i. d. R. keine Rolle)

ICD10-Kodierung

Infektion der Lunge durch sonstige My­kobakterien

Infektion durch Mycobacterium:

  • M. avium
  • M. intracellulare [Battey]
  • M. kansasii

A31.0


Infektion der Haut durch sonstige My­kobakterien

Infektion durch Mycobacterium:

  • M. marinum [Schwimm­badgranulom]
  • M. ulcerans [Buruli-Ulkus]

A31.1


Disseminierte atypische My­kobakteriose

  • Hinw.: Der Er­reger ist in min­destens einem sterilen Kom­partiment nach­weisbar.

A31.80


Sonstige Infek­tionen durch Mykobakterien

A31.88


Infektion durch Mykobakterien, nicht näher bezeichnet

  • Atypische my­kobakterielle Infektion o.n.A.
  • Mykobakteriose o.n.A.

A31.9


Interpretation

Die Interpretation hat immer im Kontext mit dem klinischen Bild zu erfolgen.

Bei Nachweis atypischer Mykobakterien hat die klinische Interpretation besonders zurückhaltend zu erfolgen.

Richtungsweisend sind die Spezies (z.B.: M. avium-Komplex, M. xenopi, zumeist pathogen; M. gordonae nahezu immer apathogen) sowie die nachgewiesene Menge im Material.

Auch sollte z.B. Sputum mehrfach mindestens 2+ mikroskopisch positiv sein, um ein Infektion der Lunge mit atypischen Mykobakterien wahrscheinlich zu machen.

Sehr viele Patienten mit atypischen Mykobakteriosen der Lunge oder der Haut sind zudem immunsupprimiert.

Dagegen hat der mikroskopisch einmalige Nachweis in geringer Keimzahl im Urin auch bei Immunsupprimierten zumeist keine klinische Relevanz, muss aber gemeldet werden.


Meldepflicht

  • Der direkte Nachweis von säurefesten Stäbchen / Mykobakterien des Tuberculo­sis-Komplexes ist bei Verdacht auf eine akute Infektion (Mikroskopie, PCR, Kultur) nach §7 IfSG durch das die Pat.-Proben bearbeitende Labor meldepflichtig!
  • Gleiches gilt für das Ergebnis der Resistenzbestimmung!
  • Die Meldepflicht ist also im Wesentlichen durch den Mikroskopiebefund bedingt!

Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik erfolgen!


Stand: März 2007


Auszug Einsenderhinweise

II - Nukleinsäurenachweise

(alphabetisch geordnet)

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Q

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