header

II - Nukleinsäurenachweise



Chlamydophila pneumoniae und

Chlamydophila psittaci


Allgemeines

  • Die Labordiagnostik der akuten Erkrankung erfolgt vorrangig über die PCR.
  • Die jeweilige PCR ist sensitiv und Erregerspezifisch.
  • Realtime PCR zum spezifischen Nachweis von Chlamydophila pneumoniae
  • Nested PCR zum spezifischen Nachweis von Chlamydophila psittaci
    (Verdachtsdiagnose sollte mitgeteilt werden)

Indikation

  • Verdacht auf respiratorische Infektion
  • Ambulant erworbene Pneumonie
  • Verdacht auf Ornithose
  • Verdacht auf so genannte "Atypi­sche Pneumonie", auch bei Im­munsuppression
  • Fehlendes Ansprechen einer Pneumonie auf Beta-Lactamantibiotika

Dauer der Auftragsbearbeitung

  • Ein Nachweis ist innerhalb von 2-3 Werktagen nach Einsendung möglich.

Untersuchungsmaterial

Folgende respiratorische Materialien:

  • Sputum
  • Trachealsekret
  • Bronchialsekret
  • Bronchoalveoläre Lavage (BAL)
  • Pleurapunktate
  • Gewebebioptate

Nachweisverfahren

PCR Chlamydophila pneumoniae

Verfahren:

  • Realtime PCR

Zielgen:

  • Major outer­membrane protein A (momp)

PCR Chlamydophila psittaci

Verfahren:

  • nested PCR

Zielgen:

  • Outer­membrane protein A (OmpA)

Bemerkungen

  • Eventuelle antibiotische Vortherapien senken die Sensitivität der PCR.
  • Nukleinsäurenachweise sind prinzpiell un­abhängig von der Erreger­vitalität
    (siehe Allgemeine Bemer­kungen zur Molekularbio­logische Diagnostik).
  • (Die kulturelle Anzüchtung ist schwierig und von einer optimalen Probennahme und ent­sprechendem Transport abhängig und somit erheblich aufwändi­ger. Sie wird deshalb im IMIKRO nicht durchge­führt.)
    VD Ornithose mitteilen, damit nested PCR parallel mit durchgeführt werden kann
  • Der indirekte Infektions­nachweis über Antikörper­bildung (IgG/IgM/IgA) mit­tels ELISA ist bei Verdacht einer Erkrankung sinnvoll.
  • Früh im Krankheitsverlauf gewonnene Seren ermög­lichen den Titervergleich mit in der Folge nach mind. 10-14 Tagen Ab­stand gewonnenen Seren ("Titerbewegung", s. Se­rologie).

Spektrum nachgewiesener Erreger

  • Chlamydophila pneumo­niae

und/oder

  • Chlamydophila psittaci

(je nach Fragestellung des Einsenders)


Sensitivitätsgrenze des Verfahrens

Chlamydophila pneumo­niae

  • ≥ 100 Genomäquivalente

Chlamydophila psittaci

  • ≥ 5000 Genomäquivalente

ICD10-Kodierung

Chlamydophila pneumoniae

  • Pneumonie

J16


Chlamydophila psittaci

  • Pneumonie

J16


Interpretation

Die Interpretation hat immer im Kontext mit dem klinischen Bild zu erfolgen.

Eine positive Realtime PCR mit hoher Kopienzahl (Ct<36) belegt eine Infektion mit Chla­mydophila pneumoniae.

Positive Ergebnisse mit geringer Kopienzahl in der Realtime PCR (Ct>36-40) kommen eher im Frühstadium oder auch bei einer bereits zurückliegenden Infektion vor (Erregerpersistenz im Wirt). Hier kann über die Serologie eine Klärung des Befundes möglich sein.

In der nested PCR ist ein positiver Nachweis von Chlamydophila spp. spezifischen DNA-Sequenzen mit hoher Kopienzahl (= positive 1. PCR) bei einem negativen Ergebnis in der 2. PCR nahezu beweisend für eine Infektion mit C. psittaci. Die Bestätigung erfolgt mittels Sequenzierung.


Meldepflicht

  • Der direkte oder indirekte Nachweis (PCR, Serologie) von Chlamydophila psittaci bei Verdacht auf eine akute Infektion ist nach §7 IfSG nur durch das die Pat.-Proben be­arbeitende Labor meldepflichtig!

Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik erfolgen!


Stand: Juli 2009


Auszug Einsenderhinweise


II - Nukleinsäurenachweise

(alphabetisch geordnet)

N

keine Eintragungen

O

keine Eintragungen

Q

keine Eintragungen

R

keine Eintragungen

S

keine Eintragungen

U

keine Eintragungen

V

keine Eintragungen

W

keine Eintragungen

X

keine Eintragungen

Y

keine Eintragungen

Z

keine Eintragungen