header

II - Nukleinsäurenachweise



Pilz-Konsensus - PCR


Allgemeines

  • Diese PCR erfasst ein breites Spektrum unterschiedlicher Pilz-Genus.
    Dazu gehören:
    • Candida spp.
    • Cryptococcus spp.
    • Aspergillus spp., etc...

  • Zygomyzeten und z. B. Geotrichum spp. werden von dieser PCR nicht erfasst!
  • Die PCR ist spezifisch und sensitiv für Pilz-spezifische-DNA-Sequenzen.
  • Deshalb können auch Umweltkontaminanten erfasst werden.
  • Entsprechende Sorgfalt bei der Materialentnahme ist erforderlich.

Indikation

  • Monitoring von Hoch-Risiko-Patienten

Verdacht auf:

  • pulmonale Mykose
  • cerebrale Mykose
  • Organ Mykose

Dauer der Auftragsbearbeitung

  • Ein Nachweis ist innerhalb von 2-3 Werktagen möglich.

Untersuchungsmaterial

  • EDTA-Blut
  • Bronchialsekret
  • BAL
  • Liquor
  • Gewebebiopsie

Nachweisverfahren

Methode/Ziel-Gen:

  • Einfache PCR des 18S-rDNA Gens (ca. 5 -10 Kopien/Genom);
  • anschließend Hybridisie­rung mit einer Candida spp. - und C. glabrata - spezifischen Sonde.
  • Ein Amplifikat mit Darstel­lung in der Gelelektropho­rese, aber ohne spezifi­sche Hybridisierungs-Reaktion wird über die Sequenz identifiziert.

Bemerkungen

  • Eventuelle antimykotische Vortherapien senken die Sensitivität der PCR.
  • Nukleinsäurenachweise sind unabhängig von der Erregervitalität
    (siehe Allgemeine Bemer­kungen zur Molekularbio­logische Diagnostik).
  • Da im Verlauf einer invasi­ven Mykose die Nach­weismöglichkeit z. B. im EDTA-Blut schwankt, ist es sinnvoll, mehrfach Ma­terialproben für die Unter­suchung einzusenden.
  • Candida spp. sind ubiquitär. Daher ist ein Nachweis in der PCR entsprechend vorsichtig zu interpretieren.
  • Klinische Relevanz kann insbesondere z.B. der Nachweis in hoher Ko­pienzahl und/oder in pri­mär sterilem Material (z. B. Leberbiopsie) bedeuten.

Spektrum nachgewiesener Erreger

Candida spp., insbe­sondere

  • C. albicans,
  • C. parapsilosis,
  • C. tropicalis,
  • C. glabrata,

Weiterhin ein breites Spektrum an

  • Basido- und Ascomyzeten,
  • auch Cryptococcus spp.

Sensitivitätsgrenze des Verfahrens

  • ≥ 100 / Genomäquivalente
    (mit/ohne positive Hybridi­sierungsreaktion)

ICD10-Kodierung

Pulmonale Pilzinfektion

  • J17.2
  • B37.1
  • B37.9
  • B37.88

Systemi­sche Pilz­infektion

  • B37.7

Interpretation

  • Die Interpretation hat immer im Kontext mit dem klinischen Bild zu erfolgen.
  • Dies gilt insbesondere bei primär nicht sterilen Materialien (Sputum, BAL), die natür­licherweise/therapiebedingt eine Besiedlung mit Candida spp. aufweisen können.
  • Indirekt kann hier über eine hohe Kopienzahl eventuell eine klinische Relevanz ab­geleitet werden.
  • Der Nachweis im EDTA-Blut legt eine systemische Infektion nahe.
    Hier ist die Identifizierung der Spezies eine wichtige Hilfe für eine Therapieentschei­dung.
  • Selten sind auch primär sterile Proben mit Umwelt - Basido-/Ascomyzeten kontami­niert.
    Diese sind dann in dem sensitiven Verfahren nachweisbar.
  • Umgekehrt schließt eine negative Pilz-Konsensus PCR eine z. B. systemische Infek­tion nicht aus.
    Dies gilt insbesondere unter Therapie mit modernen Antimykotika.
  • Positive Amplifikate werden von uns zur Bestätigung immer sequenziert.
    Bei geringen Amplifikatmengen z. B. bei einer geringen Zahl von genomischen DNA Molekülen im Ausgangsmaterial, lässt sich aber oft keine eindeutige Sequenz ablei­ten.
  • Parallel sollte ggf. eine Serum-Probe für den Nachweis von Mannan eingeschickt werden.

Meldepflicht

  • Besteht nach dem IfSG derzeit nicht!

Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik erfolgen!


Stand: März 2007


Auszug Einsenderhinweise


II - Nukleinsäurenachweise

(alphabetisch geordnet)

N

keine Eintragungen

O

keine Eintragungen

Q

keine Eintragungen

R

keine Eintragungen

S

keine Eintragungen

U

keine Eintragungen

V

keine Eintragungen

W

keine Eintragungen

X

keine Eintragungen

Y

keine Eintragungen

Z

keine Eintragungen