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II - Nukleinsäurenachweise



Toxoplasma gondii

Allgemeines

  • Die PCR zum Nachweis von T. gondii wird in zwei verschiedenen Regionen des Ge­noms dieses humanpathogenen Parasiten in einer Doppelbestimmung durchgeführt.
  • Die Ziel-Gene, das B1-Gen und das sog. RH-Repeat kommen multipel im Genom vor (s. unten).
  • Die PCR ist somit hochsensitv und spezifisch.
  • Die Indikation ist aufgrund der oft unspezifischen klinischen Symptomatik (un­klares Fieber mit CrP-Erhöhung) insb. bei Immunsuppression breit zu stellen!
  • Betroffene Organe bei Reaktivierung unter Immunsuppression sind hauptsächlich:
    • Auge
    • ZNS
    • Lymphknoten
    • Pulmo
    • Leber
    • Herz

Indikation

  • Unklare Lymphadenitiden, insb. bei Histolog. Befund einer Piringerschen Lymphadenitis (Gewebe; auch Paraffinblock)
  • Unklare cerebrale Rundherde in der Bildgebung, insb. bei Immun­suppression
  • Fieber unkl. Ursache, insb. nach allogener Knochenmarkstrans­plantation eines T. gondii serone­gativen Spenders auf einen sero­positiven Empfänger
  • Zustand nach Transplantation soli­der Organe, insb. nach Trans­plantation eines T. gondii seropo­sitiven Spenders auf einen sero­negativen Empfänger
  • Fruchtwasseraspirate bei Ver­dacht auf eine intrauterine / kon­natale Infektion

Dauer der Auftragsbearbeitung

  • Ein Nachweis ist innerhalb von 2-3 Werktagen nach Einsendung möglich.

Untersuchungsmaterial

  • Liquor
  • EDTA-Blut
  • Resp. Material
  • Gewebebiopsie
  • Fruchtwasser

Nachweisverfahren

Methode/Ziel-Gen:

  • Nested PCR für das T. gondii B1-Gen
    (ca. 30 mal im Genom vorhanden)

Methode/Ziel-Gen:

    • Nested PCR für das T. gondii RH-Repeat
      (ca. 300 mal im Genom vorhanden)

    Bemerkungen

    • Eventuelle antibiotische Vortherapien senken die Sensitivität der PCR.
    • Nukleinsäurenachweise sind jedoch prinzpiell un­abhängig von der Erreger­vitalität
      (siehe Allgemeine Bemer­kungen zur Molekularbio­logische Diagnostik).
    • Der indirekte Infektions­nachweis über Antikörper­bildung (IgG/IgM/IgA) mit­tels ELISA ist bei Verdacht einer Erkrankung sinnvoll.
    • Früh im Krankheitsverlauf gewonnene-Seren ermög­lichen den Titervergleich mit in der Folge nach mind. 10-14 Tagen Ab­stand gewonnenen Seren ("Titerbewegung", s. Serologie).
    • Bei den hauptsächlich be­troffenen Patienten mit Immunsuppression ist die Serologie aber nur in ca. 50% der betroffnen Fälle richtungsweisend.

    Spektrum nachgewiesener Erreger

    • Toxoplasma gondii

    Sensitivitätsgrenze des Verfahrens

    • 10 T. gondii Parasiten-Genomäquivalente

    ICD10-Kodierung

    Toxoplasmose

    • Inkl. Infektion durch Toxoplasma gondii

    B58.-


    • Exkl. Angeborene Toxoplasmose

    P37.1


    • Chorioretinitis durch Toxoplasmen

    B58.0


    • Toxoplasmose der Lunge (J17.3)

    B58.3


    • Meningoenzephalitis durch Toxoplasmen (G05.2)

    B58.2

    Interpretation

    • Die Interpretation hat immer im Kontext mit dem klinischen Bild zu erfolgen.
    • Eine positive PCR mit hoher Kopienzahl ( = positive 1. PCR) ist bei entsprechender Klinik nahezu beweisend für eine Infektion / Reaktivierung.
    • Eine positive PCR in geringer Kopienzahl ist ein Hinweis auf eine Infektion / Reakti­vierung,
      kann aber bei der lebenslangen Persistenz im infizierten Organismus auch ohne kli­nische Relevanz aufgrund der hohen Sensitivität des Verfahrens vorkommen.

    Meldepflicht

    • Meldepflicht nach § 7 IfSG besteht nichtnamentlich nur bei Verdacht auf eine konna­tale Infektion.

    Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik erfolgen!


    Stand: März 2007


    Auszug Einsenderhinweise

    II - Nukleinsäurenachweise

    (alphabetisch geordnet)

    E - F

    Inhalt E

    keine Eintragungen

    Inhalt F

    keine Eintragungen

    G - H

    Inhalt G

    keine Eintragungen

    Inhalt H

    keine Eintragungen

    I - J

    Inhalt I

    keine Eintragungen

    Inhalt J

    keine Eintragungen

    K - L

    Inhalt K

    keine Eintragungen

    O - P

    Inhalt O

    keine Eintragungen

    Q - R

    Inhalt Q

    keine Eintragungen

    Inhalt R

    keine Eintragungen

    S - T

    Inhalt S

    keine Eintragungen

    U - W

    Inhalt U

    keine Eintragungen

    Inhalt V

    keine Eintragungen

    Inhalt W

    keine Eintragungen

    X - Z

    Inhalt X

    keine Eintragungen

    Inhalt Y

    keine Eintragungen

    Inhalt Z

    keine Eintragungen


    Infektionsserologie - Toxoplasma gondii

    Toxoplasma gondii

    Indikation

    •  Lymphknotentoxoplasmose
      (zervikale Lymphknotenschwellungen, gelegentlich Fieber)

    • Okuläre Toxoplasmose (Retinochoroiditis)
      häufig als Spätkomplikation einer pränatalen Infektion

    • Screening in der Schwangerschaft
      z. A. einer pränatalen Toxoplasmose

    • Neurologische Ausfälle, Septikämien, pulmonale Toxoplasmose
      i. R. einer reaktivierten Toxoplasmose bei Immunsupprimierten (AIDS, Transplantation)

    Untersuchungsmaterial

    • Serum

    direkter Erregernachweis:

    • EDTA-Blut
    • Fruchtwasser
    • Plazentagewebe
    • Liquor
    • ggf. Hirnbiopsien
    • ggf. BAL

    Methodik

    • ELISA, Antikörpernachweis IgG, IgM, quantitativ
      • IgG-Avidität (= Antigen-Antikörperbindungsaffinität)
      • Immunoblot IgA
    • direkter Erregernachweis Toxoplasma gondii mittels Nuklein­säurediagnostik

    Bewertung

    Die Lymphknotentoxoplasmose bei immunkompetenten Patienten ist in der Regel durch den Nachweis von IgG- sowie hohen IgM- und IgA-Antikörpertitern nachweisbar.

    Der Nachweis von IgA-Antikörpern allein oder in Kombination mit IgM-Antikörpern kann ein Hinweis auf eine Reaktivierung sein.

    Die Toxoplasmoserologie zum indirekten Parasitennachweis ist eine Stufendiagnostik!

    1. Toxoplasma-Antikörper-Suchtest (qualitativ) bei positivem Ergebnis Nachweis von IgM- und IgG-Antikörpern im 2. Test.

    Ggf. zusätzlich Nachweis von IgA-Antikörpern.

    Bestimmung der IgG-Avidität zur Einengung des Infektions­zeitpunktes (insbesondere bei Toxoplasmose-Primärinfektionen in der Schwangerschaft).

    Sowohl bei okulärer als auch bei reaktivierter Toxoplasmose bei Immunsupprimierten zeigen sich in der Regel serologisch häufig nur IgG-Antikörper. Teste auf Toxoplasmose-spezifische IgM- und IgA-Antikörper ergeben in diesen Fällen häufig keine diagnostisch verwertbaren Hinweise!

    Ggf. Liquor oder EDTA-Blut zur Nukleinsäurediagnostik einsenden!

    siehe Nukleinsäurediagnostik - Toxoplasma gondii

    Meldepflicht

    Ergibt der Gesamtbefund der mikrobiologischen Toxoplasmosediagnostik einen Hinweis auf eine pränatale Toxoplasmose, so erfolgt nach § 7 des IfSG die nicht­namentliche Meldung an das RKI (Robert Koch-Institut).

    Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik erfolgen!


    Stand: April 2013


    Auszug Einsenderhinweise