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EUCAST-Norm

Umstellung der antimikrobiellen Empfindlichkeitstestung von der CLSI- auf die EUCAST-Norm

Seit dem 01.02.2012 erfolgt die Auswertung der Antibiotikaresistenztestergebnisse im Institut für Med. Mikrobiologie, Virologie und Hygiene nicht mehr nach der amerikanischen CLSI-Norm (Clinical and Laboratory Standards Institute), sondern nach der europäischen EUCAST-Norm (European Committee on Antibiotic Susceptibility Testing).

Die Umstellung auf die europäische Norm war möglich, da in ihr jetzt (anders als in der vor CSLI genutzten DIN) für fast alle Erreger europaweit geltende Standards für die antimikrobielle Empfindlichkeitstestung definiert sind, die uns als Bewertungsgrundlage für die erhobenen Testergebnisse dienen.

Ein Vorteil des europäischen Standards ist, dass bei der Normerstellung mehr auf klinische und pharmakokinetische Aspekte geachtet wurde, d.h. bei der Break-Point Festlegung wurden in Europa übliche Antibiotika-Therapie- und Dosierschemata berücksichtigt. Nach Verbreitung der Norm in den mikrobiologischen Laboratorien europaweit ergibt sich außerdem eine bessere Möglichkeit des Vergleichs von Erreger-Resistenzstatistiken. In länderübergreifenden Initiativen gegen multiresistente Erreger stellt sie damit eine gute Voraussetzung für die Bildung von Netzwerken dar.

Für manche Spezies wurden für einige Antibiotika in der EUCAST Norm keine Grenzwerte definiert, da die Korrelation zwischen dem Resultat der Testung in vitro und dem klinischen Ergebnis umstritten ist. Beispiele hierfür sind das Tetracyclin bei Enterobakterien, die Chinolone bei Enterokokken und die ß-Lactam Antibiotika bei Acinetobacter. Für diese Antibiotika bei diesen Erregern haben wir zunächst die Bewertung der Testergebnisse nach CLSI Empfehlungen beibehalten. Bei der Auswahl von "first line" Therapieoptionen für o. g. Erreger sollte zukünftig jedoch auf diese Antibiotika verzichtet werden.

Bei einigen Erregern und hier bei einigen Antibiotika definiert die neue Norm geringfügig andere Break Point Grenzwerte. Daraus können in wenigen Fällen Veränderungen der Testbewertung "sensibel", "intermediär" oder "resistent" resultieren. Ob dieses zu statistisch feststellbaren Veränderungen der Ergebnisse in Resistenzstatistiken führt, wird sich erst Anfang 2013, nach Auswertung der Ergebnisse von 2012, zeigen.

Details und weitere Hinweise zur EUCAST Norm lesen Sie bitte unter www.eucast.org .

Prof. Dr. Dr. Andreas Podbielski                                    

Institut für Med. Mikrobiologie, Virologie und Hygiene
Universitätsmedizin Rostock

Details und weitere Hinweise zur EUCAST Norm lesen Sie bitte unter www.eucast.org