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Hygienemerkblätter (HMB) der UMR

Darmparasiten


Meldepflicht

Laut Infektionsschutzgesetz § 6 (3) sind  mehr als 2 Erkrankungen, bei denen ein epidemiologischer Zusammenhang wahrscheinlich oder vermutet wird, namentlich zu melden an:

Gesundheitsamt
Abteilung Infektionsschutz
Paulstraße 22
18055 Rostock
0381 381 9552

Pflichtformular lt. Infektionsschutzgesetz § 6 (1)

Einzelerkrankungen einer infektiösen Gastroenteritis bei Personen mit Tätigkeiten in Lebensmittelberufen (§42 IfSG) sind ebenfalls an das Gesundheitsamt zu melden.

Formulare sind hier bzw. im SAP abrufbar

Benachrichtigung der Hygienefachkraft
0381 494 5014

Erreger

Protozoen:

  • Entamoeba histolytica,
  • Giardia lamblia
  • Kryptosporidien,
  • Mikrosporidien

Würmer:

  • Enterobius vermicularis
  • Strongyloides stercolaris

Infektiöses Material

  • Faeces von Erkrankten und Ausscheidern
  • kontaminierte Gegenstände (ggf. kontaminiertes Wasser und Lebensmittel)

Mikrosporidien:

  • Bronchialsekret

Übertragungsweg

  • Kontaktinfektion (z.B. Fäkal-oral)
  • Autoinfektion bei Wurminfektionen mit analem Juckreiz möglich

Mikrosporidien:

  • Inhalation der Sporen möglich

Inkubationszeit

Protozoen

Entamoeba histolytica

wenige Tage-mehrere Monate

Giardia lamblia

3-25 Tage

Kryptosporidien

1-12 Tage

Mikrosporidien

unbestimmt

Würmer

Enterobius vermicularis

5-6 Wochen

Strongyloides stercolaris

1-5 Wochen

Dauer der Infektiosität

Solange protozoale Oozysten und Wurmzysten im Stuhl ausgeschieden werden.

Diagnostik (zum Erstnachweis bzw. Verlauf)

  • Mikroskopischer Nachweis von Trophozoiten, Zysten, Würmer
    (Nativ- und gefärbte Präparate)
  • Ggf. immunologischer bzw. molekularbiologischer Nachweis
  • Therapeutische Verlaufskontrolle nötig.
  • Am Ende der Therapie dürfen keine Parasiten mehr nachweisbar sein.

Hygienemaßnahmen/Schutzmaßnahmen

Isolierung

  • Erforderlich bei Nachweis von Mikrosporidien im Bronchialsekret.
  • Ansonsten nur erforderlich bei schwer lenkbaren oder abwehrgeschwächten Patienten!
  • Separate Toilette wird empfohlen!

Kontaktpatienten

  • Mitpatienten werden beobachtet, um das Auftreten krankheitsspezifischer Symptome rechtzeitig zu bemerken.
  • Auf regelmäßiges und gründliches Händewaschen hinweisen.

Besucher

  • Händewaschen zusätzlich zur Händedesinfektion nach Kontakt mit dem Patienten und dem unbelebten Umfeld

Ambulanter Bereich

  • Kontakte zu Mitpatienten minimieren.
  • Auf besondere Hygienevorgaben bzgl. der Hände- und Flächenhygiene achten

Händedesinfektion

Personal:

  • Händedesinfektion gemäß Basishygieneordnung.
  • Alle im Hause verfügbaren Händedesinfektionsmittel sind geeignet.
  • Einwirkzeit beachten!
  • Anschließend zur Entfernung der Eier/Oozysten Hände gründlich mit Seife waschen (ca. 10 sec), eventuell zur Nagelreinigung Einmalbürsten benutzen!

Patient:

  • Bei Wurminfektionen Fingernägel kurz schneiden.

Einmalhandschuhe

  • Erforderlich bei Kontakt mit erregerhaltigem Material, Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen
  • Nach dem Ablegen hygienische Händedesinfektion und Händewaschen

Schutzkittel

  • Erforderlich bei Kontakt mit infektiösem Material, Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen

Mund–Nasenschutz/Schutzbrille

  • Ggf. erforderlich bei Nachweis von Mikrosporidien im Bronchialsekret

Wäscheentsorgung

  • Täglicher Wechsel von Bett- und Unterwäsche nach täglichem, morgigem Duschen
  • Entsorgung im Patientenzimmer
  • Transport in die Wäscherei im fest verschlossenen Plastiksack für infektiöse Wäsche

Geschirr

  • Geschirrspülautomat, Betriebstemperatur 93°C.
  • Wenn dies nicht gewährleistet ist, Nutzung von Einweg­geschirr

Pflege-/ Behandlungs- und Untersuchungsgeräte u.- Hilfsmittel (Medizinprodukte)

  • Patientenbezogen einsetzen
  • Zur maschinellen Aufbereitung sind nur thermische Methoden geeignet bzw. Einmalprodukte benutzen

Abfallentsorgung

  • Normale Entsorgung (‘‘Krankenhausspezifische Abfälle‘‘ – AS 180104/180101/Abfallgruppe B)
  • Fäzes und Urin in die Kanalisation

Flächendesinfektion

  • Desinfektion aller patientennahen Kontaktflächen inkl. Türgriffe mind. 1x pro Schicht.
  • Sofortige Desinfektion nach Kontamination und nach Entlassung bzw. Verlegung (Auswahl des Mittels nach Rücksprache mit der Krankenhaushygiene!).

Patiententransfer

  • Transportdienst und Zielbereich sind zu informieren.
  • Die Patienten müssen vor Verlassen des Zimmers die Hände waschen.

Besonderheiten im OP

  • Es ist aus logistischen Gründen (ggf. Anwendung spezieller Flächendesinfektionsmittel bzw. Einwirkzeiten) notwendig, infektiöse Patienten am Ende des Programms zu behandeln.
  • Personal darf nicht (ohne Wechsel der Bereichskleidung) in einen anderen OP.
  • Beim Verlassen des OP ist ein Schutzkittel überzuziehen.
  • Nach Beendigung der Behandlung sind die Umkleiden sofort aufzusuchen. Dort ist frische Bereichskleidung anzulegen.

Besonderheiten für das Personal

  • Bereichspflege ist sinnvoll.

Schwangere Mitarbeiterinnen:

  • Arbeiten auf Station ist möglich.
  • Kontakt mit dem erkrankten Patienten ist zu vermeiden.

Stand: November 2017


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