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Hygienemerkblätter (HMB) der UMR

Kopflausbefall

(Pediculosis capitis)


Meldepflicht

Nicht meldepflichtig.

Erreger

Kopflaus Pediculus humanus capitis

Überleben getrennt vom Wirt (Mensch) 2 Tage

Infektiöses Material

Körper- und Kopfhaare sowie Gegenstände, die mit den Haaren in Berührung gekommen sind.

Übertragungsweg

Direkt

  • Von Mensch zu Mensch bei engem Kontakt (Haar–zu-Haar-Kontakt)

Indirekt (selten)

  • Über Gegenstände, die mit Haupthaar in Berührung kommen (z. B. Kämme, Haarbürsten, Schals, Kopfbedeckungen)

Inkubationszeit

Existiert nicht

Dauer der Infektiosität

Ansteckungsfähigkeit ist gegeben, solange die Betroffenen mit mobilen Läusen befallen und noch nicht adäquat behandelt sind.

Diagnostik (zum Erstnachweis bzw. Verlauf)

Durch systematische Untersuchung des behaarten Kopfes, zum Nachweis von lebenden Läusen, Larven oder entwicklungsfähigen (d. h. von der Kopfhaut weniger als 1 cm entfernten) Eiern, gestellt.

Hygienemaßnahmen/Schutzmaßnahmen

Wichtig:

Festgestellter Kopflausbefall erfordert ohne Zeitverzug eine sachgerecht durchgeführte Behandlung mit einem zugelassenen Arzneimittel od. einem Medizinprodukt, das zur Tilgung von Kopflausbefall nachweislich geeignet ist, ergänzt durch sorgfältiges Auskämmen des mit Wasser und Haarpflegespülung angefeuchteten Haars.

Kontaktpersonen (z. B. Eltern) müssen durch Aufklärung und Anleitung zur Feststellung und Beseitigung eines Kopflausbefalls in den gesamten Prozess der Verhütung und Bekämpfung intensiv einbezogen werden.

Isolierung

Erforderlich

Entisolierung

Nach der ersten sachgerechten Behandlung

Eine Weiterverbreitung auch bei noch vorhandenen vitalen Eiern ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr zu befürchten.

Kontaktpatienten

Mitpatienten werden beobachtet, um das Auftreten von Symptomen rechtzeitig zu bemerken.

Besucher

Die jeweiligen Patientenzimmer sind mit der Isolierungstafel zu kennzeichnen.

Alle Personen (Besucher wie Mitarbeiter) müssen sich vor dem Betreten des Zimmers im Stationsstützpunkt melden.

Die Besucher werden vom Stationspersonal über die Infektionsrisiken und speziellen Hygienemaßnahmen informiert z. B. Körperkontakt ist zu vermeiden.

Ambulanter Bereich/Aufwachraum

Kopf-/Haarkontaktflächen von unbehandelten Patienten werden desinfizierend gereinigt.

Nach der ersten Behandlung sind keine besonderen Maßnahmen mehr notwendig.

Die Regeln der Standardhygiene sind in jedem Fall zu beachten.

Händedesinfektion

Gründliches Händewaschen erforderlich!Anschließend hygienische Händedesinfektion wegen zusätzlich vorhandener pathogener Mikroorganismen!

Cave: Desinfektionsmittel sind nicht gegen Läuse/Nissen wirksam.

Einmalhandschuhe

Bei direktem Kontakt mit befallenen Körperarealen.

Schutzkittel

  • Bei direktem Kontakt mit befallenen Körperarealen.
  • Schutzkittel wird im Zimmer entsorgt.

Mund–Nasenschutz/Schutzbrille

Nicht erforderlich!

Wäscheentsorgung

Entsorgung im Patientenzimmer.

Entsorgung im fest verschlossenen Wäschesack.

Transport zur Wäscherei im fest verschlossenen Plastiksack.

Andere Objekte (z. B. Plüschtiere) luftdicht verpackt bei Raumtemperatur oder bei -10°C für 3 Tage aufbewahren

Kopfkissen, Bettdecke: Thermische Aufbereitung

Geschirr

Geschirrspülautomat (Betriebstemperatur > 60°C)

Pflege-/ Behandlungs- und Untersuchungsgeräte u.- Hilfsmittel (Medizinprodukte)

Kämme, Haarbürsten, Haarspangen und -gummis in heißer Seifenlösung reinigen.

Nach Gebrauch desinfizierend reinigen bzw. Aufbereitung nach Herstellerangaben bzw. verwerfen

Cave:
Desinfektionsmitteln sind nicht gegen Läuse/Nissen wirksam, diese werden aber durch die Reinigung effizient entfernt!

Abfallentsorgung

Normale Entsorgung (‘‘Krankenhausspezifische Abfälle‘‘ – AS 180104/180101/Abfallgruppe B)

Flächendesinfektion

Desinfektion nach Kontamination, bei Entlassung  bzw. routinemäßig laut Basis – Hygieneordnung (siehe BHO: Desinfektion)Desinfektionsmittel lt. Plan

Cave: Desinfektionsmittel sind nicht gegen Läuse/Nissen wirksam, diese werden aber durch die Reinigung effizient entfernt!

Patiententransfer

  • Transportdienst und Zielbereich sind zu informieren.
  • Der Patient erhält eine Kopfhaube.

Besonderheiten im OP

Keine

Besonderheiten für das Personal

Keine


Stand: November 2016


Kopflausbefall (Pediculosis capitis)