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Basishygieneordnung der UMR

Periphere Venenverweilkanülen

Flexülen bzw. PVK


Allgemeines

Anordnungs- und Durchführungsverantwortung: ARZT

Bei nicht intensivpflichtigen Patienten ist die PVK gegenüber dem Zentralen Venen­katheter zu bevorzugen, sofern die klinische Situation das zulässt.

Bei schwierigen Venenverhältnissen wird empfohlen Ultraschall zur Auffindung peripherer Venen zur PVK-Anlage zu nutzen.

PVKs mit voraussichtlich mehrtägiger Liegedauer sollen bei Erwachsenen bevorzugt am Handrücken oder am Unterarm angelegt werden.

Die Insertion an der unteren Extremität, am Oberarm oder in der Ellenbeuge soll unter dem Aspekt der Vermeidung von Katheter-assoziierten Weichgewebe- oder Blutstrom-Infektionen vermieden werden.

Bei Kleinkindern sollen PVKs an der Hand, am Unterarm, in der Ellenbeuge oder am Fuß angelegt werden. Bei Säuglingen kommen zudem die Venen der Kopfhaut in Frage.

Legen

  • Hygienische Händedesinfektion!
  • Desinfektion der Einstichstelle
  • Keimarme Handschuhe anziehen (Personalschutz)
  • Einstichstelle vor der Venenpunktion nicht mehr palpieren
  • Venenpunktion
  • Punktionsstelle mit sterilem Transparent- oder Gazeverband abdecken

Verbandwechsel und Pflege

  • Aseptisches Vorgehen bei Verbandwechsel
  • Hygienische Händedesinfektion vor und nach dem Verbandwechsel!
  • Tägliche Inspektion der Verbände
    • Bei Gazeverband Palpation der Insertionsstelle
  • Verbandwechsel nur bei Bedarf bzw. spätestens nach 7 Tagen
    • Bedarf: Verschmutzung, Durchfeuchtung, Ablösung, Druckschmerz oder Infektionsverdacht
  • Täglicher Wechsel bei eingeschränkter Kooperation des Patienten, wenn der Verband keine Inspektion der Einstichstelle ermöglicht
  • Verbandwechsel mittels No-Touch-Technik oder mit sterilen Handschuhen
  • Keine antibakteriellen Cremes oder Salben auf die Insertionsstelle aufbringen
  • Bei jedem Verbandwechsel Desinfektion der Eintrittsstelle mit Wundantiseptikum

Liegedauer

Tägliche Überprüfung der Indikation

  • Sofortige Entfernung bei entzündlichen Veränderungen

Bei längerem Verschluss der Venenverweilkanüle (> 24 h) mit einem Verschluss­stopfen ist die Indikation zu überprüfen bzw. die Kanüle zu entfernen.

Venenverweilkanülen können so lange liegen bleiben, wie sie klinisch benötigt werden und keine Komplikationszeichen feststellbar sind.

Notfallmäßig gelegte Venenverweilkanülen sollen baldmöglichst entfernt und ggf. an anderer Stelle neu gelegt werden (innerhalb von 24h).

Auf den Einsatz von Mandrins zum ‚Abstöpseln‘ eines ruhenden PVK soll ganz verzichtet werden. Hier besteht ein erhöhtes Risiko für Patient (Abstreifen von Bakterien-haltigen Biofilmen in die Blutbahn) und Personal (akzidenteller Blut­kontakt).

Anstelle eines Mandrins soll an die PVK unmittelbar nach Anlage und Fixierung ein Dreiwegehahn oder ein steriles Extensionsset angeschlossen werden. Dreiwegehahn und steriles Extensionsset lassen eine aseptische Spülung und Blockung der PVK mit steriler Kochsalzlösung ohne Heparin zu und können mit sterilen Stopfen verschlossen werden.


Stand: November 2016


Periphere Venenverweilkanülen


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