header

Spezielle Hygieneordnungen der UMR

Hygieneordnung für den ambulanten und stationären Operationsbereich


Auf der Grundlage...

Auf der Grundlage

  • des Infektionsschutzgesetzes (IfSG),
  • der Landeshygieneverordnung (MedHygVO M-V),
  • des Medizinproduktegesetzes (MPG),
  • der Biostoffverordnung (BioStoffV),
  • der Technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250),
  • der LAGA (Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall),
  • der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert-Koch-Instituts,
  • der Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie),
  • der BG-Vorschriften / Unfallverhütungsvorschriften (BGV/UVV)
  • und den spezifischen Bedingungen der Universitätsmedizin Rostock

wurde diese Hygieneordnung unter Einbeziehung der Mitarbeiter erarbeitet.

Die Hygieneordnung bildet die Grundlage für die praktische Durchsetzung der Belange der Krankenhaushygiene und soll den Mitarbeitern bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung dienen.

Die Hygieneordnung ist laut § 8 / (2) der MedHygVO M-V allen in der Einrichtung tätigen Personen, soweit sie den Hygieneplan einzuhalten haben, in seiner jeweils geltenden Fassung zur Kenntnis zu bringen.

Diese sind zur Einhaltung der Hygieneordnung verpflichtet. Die Kenntnisnahme ist bei Aufnahme der Beschäftigung sowie nach jeder Überarbeitung der Basishygieneordnung schriftlich zu dokumentieren.

Bei Rückfragen (z. B. bezüglich der Bedeutung anderer Gesetze und Verordnungen zu diesem Thema) wenden Sie sich bitte an das Team der Krankenhaushygiene.

Prof. Dr. C. Schmidt
MPH Ärztlicher Vorstand

A. Laban
Pflegevorstand

H. Jeguschke
Kaufmännischer Vorstand

Prof. Dr. E. Reisinger
Wissenschaftlicher Vorstand

Prof. Dr. Dr. A. Podbielski
Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene

1. Verantwortlichkeit

Verantwortlich für die Einhaltung der im folgenden beschriebenen Verhaltensregeln und die Durchführung der Hygienemaßnahmen sind:

  • für den Ärztlichen Dienst die leitenden Ärzte der operativ tätigen Fachabteilungen
  • für den Pflegedienst die leitende OP-Pflegekraft
  • für den Pflegedienst im Bereich Anästhesie die leitende Anästhesiepflegekraft
  • für die technischen Geräte und Einrichtungen die leitenden Ärzte der operativ tätigen Fachabteilungen bzw. das Dez. Technik
  • für die Wäsche die Bereichsleitung der externen Wäscheversorgung
  • für den Reinigungsdienst die Bereichsleitung der externen Reinigungsfirma

Darüber hinaus sind alle im OP-Bereich tätigen Personen durch die Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes verpflichtet, an der Umsetzung dieser Hygieneordnung mitzuwirken

2. Patientenbezogene Maßnahmen

2.1 Allgemeines

In Abhängigkeit vom Kontaminationsgrad der betroffenen Körperregion werden die invasiven Eingriffe unterteilt in:

• aseptischer Eingriff (nicht infiziertes OP-Gebiet)

Gr.1

• bedingt aseptischer Eingriff

Gr.2

• kontaminierter Eingriff (frische, offene Fraktur)

Gr.3

• septischer Eingriff (OP-Gebiet oder Inzisionsstelle infiziert)

Gr.4

sowie Eingriffe bei Patienten, welche mit besonders antibiotikaresistenten Erregern (z.B. MRSA) besiedelt sind (BG-Vorgabe)

Einzelne OP-Einheiten bzw. Operationsabteilungen für bestimmte operative Disziplinen bzw. Operationen bestimmten Kontaminationsgrades vorzuhalten, kann unter hygienischen, ausstattungstechnischen oder organisatorischen Aspekten zweckmäßig sein (lt. RKI C 5.3 /2.1.1).

Bei entsprechender Indikation ist die septische OP-Einheit (ZOP- Saal 11) zu nutzen.

Für alle Patienten mit definierten Infektionen bzw. Erregern sind prinzipiell die Hygiene-Merkblätter des Klinikums zu beachten.

Werden Patienten mit Verdacht bzw. Nachweis bestimmter viraler Erreger  versorgt (z. B. Laserablation von Papilomavirus bedingten Effloreszenzen), ist auf Verwendung eines viruzid wirksamen Händedesinfektionsmittels zu achten. Auch das verwendete Flächendesinfektionsmittel muss diese Anforderung erfüllen (siehe Punkt 4.5). Diese Festlegung gilt auch für Eingriffs- und Aufwachräume.

2.2 Präoperative Maßnahmen

2.2.1 Präoperative Maßnahmen auf Station

  • Die Patienten sollen am Abend zuvor unter Verwendung von Seifen mit antimikrobiellen Zusätzen baden oder duschen.
  • Eine präoperative Haarentfernung soll nur bei operationstechnischer Notwendigkeit, bevorzugt mittels Kürzen (Clipping) der Haare bzw. chemischer Enthaarung vor dem Duschen/Baden erfolgen. Fällt die Entscheidung für eine mechanische Haarentfernung mittels Rasur, muss diese unmittelbar vor der Operation erfolgen.
  • Der Patient erhält ein sauberes Nachthemd und einen Haarschutz.
  • Entfernung von Nagellack und Make-Up  (behindert Erkennung von Vitalzeichen!)
  • Schmuck, einschließlich Piercing, ist zu entfernen
  • Patient wird in einem Bett mit frischer Bettwäsche in den OP-Bereich gebracht. Nach der OP wird er in dieses Bett bzw. bei Verlegung in den ITS-Bereich in ein komplett aufbereitetes Bett gelegt.

2.2.2 Ambulante Patienten

  • Bei Eingriffen an ambulanten Patienten nutzen diese die vorhandenen Umkleideräume im OP-Bereich.
  • In Abhängigkeit vom Umfang des Eingriffes ist es nicht erforderlich, jeden ambulanten Patienten vollständig zu entkleiden. Solche Patienten sind ggf. keimarm (nicht steril, z.B. mit einem Schutzkittel bzw. Abdecktuch) zu bedecken.

2.2.3 Umbettung der Patienten

  • Die Umbettung des Patienten erfolgt in der Patientenschleuse mit wechselseitig öffnenden Türen.
  • Der Schleusenraum ist durch deutlich sichtbare Markierungen und ggf. physikalische Sperren in einen reinen und unreinen Bereich unterteilt.
  • Die Umbettung erfolgt über eine mechanische Umbettvorrichtung oder mit einem Rollboard auf einen fahrbaren OP-Tisch oder eine Lafette.
  • Kann der Patient wegen seines Körpergewichts oder vorübergehender technischer Defekte nicht mittels der mechanischen Umbetthilfe umgebettet werden, wird der Patient im sauberen Bett bis in den OP-Saal gefahren und dort umgelagert. Die weitere OP-Vorbereitung (z.B. Bestücken der Instrumentiertische) findet erst nach Entfernen des Bettes aus dem OP-Saal statt.

2.2.4 Präoperative Maßnahmen im OP

Legen von zentralen Gefäßkathetern, Harnwegskathetern

  • Einhaltung aseptischer Grundregeln (siehe BHO/Themen bezogen)

Regional- bzw. Lokalanästhesie ohne Katheteranlage

  • Einhaltung aseptischer Grundregeln (siehe BHO/Themen bezogen)

Intubation/Extubation

  • Einhaltung aseptischer Grundregeln (siehe BHO/Themen bezogen)

Haut- und Schleimhautdesinfektion

  • Die Angaben der Desinfektionsmittelhersteller sind zu beachten!
  • Die präoperative Hautdesinfektion findet im OP–Saal statt.
  • Der Operateur trägt nach der chirurgischen Händedesinfektion, vor Anlegen des sterilen Kittels das Haut- / Schleimhautdesinfektionsmittel (siehe Desinfektionsplan) mit sterilen Tupfern, die in einer Kornzange eingespannt sind, auf das zu operierende Gebiet auf.

Durchführung der Haut- und Schleimhautdesinfektion

  • Beginn im Bereich des beabsichtigten Hautschnittgebietes. Das Desinfektions­mittel wird zirkulär von innen nach außen verrieben. Diese und alle anderen Maßnahmen zielen darauf ab, dass keinesfalls Mikroorganismen von der Peripherie in das eigentliche Operationsgebiet verschleppt werden.
  • Dieser Vorgang wird mehrmals wiederholt.
  • Während der gesamten Einwirkzeit muss die desinfizierte Fläche satt benetzt und feucht gehalten werden.
  • Das beabsichtigte Hautschnittgebiet wird nicht mit trockenen Tupfern nachgewischt. Ein Nachwischen im Klebebereich der Tücher ist möglich.
  • Flüssigkeitsansammlungen unter dem Patienten vermeiden (Gefahr der Bildung von Nekrosen bzw. Hautschädigungen)

Abdeckmaterial

  • Das Abdeckmaterial soll auch im feuchten Zustand eine effektive Barriere gegen Flüssigkeitsdurchdringung darstellen.
  • Inzisionsfolien bieten keine hygienischen Vorteile.
  • Die Patientenabdeckung wird grundsätzlich mit steriler Kleidung und sterilen Handschuhen durchgeführt.

Vorgehensweise

  • Abdeckungsmaterialien werden an der Oberseite des Tuches angefasst und mit ausgestreckten Armen aufgelegt, um eine Kontamination der sterilen Kleidung z. B. durch Berührung des Patienten zu verhindern.


2.3 Perioperative Maßnahmen

2. 3. 1 Hypothermie

  • Der Zustand der Normothermie soll aufrechterhalten werden, sofern nicht aus therapeutischen Gründen eine Hypothermie erforderlich ist.

2.3.2 Drainagen

  • Wunddrainagen sollen nicht routinemäßig, sondern nur bei klarer Indikation und so kurzzeitig wie möglich eingesetzt werden.
  • Offene Drainagen sollen aus infektionspräventiven Gründen vermieden werden.
  • Drainagen sollen nicht über die OP-Wunde, sondern über eine separate Inzision gelegt werden.

2.4 Postoperative Maßnahmen

2.4.1 Umbettung der Patienten

  • Die Umbettung erfolgt über eine mechanische Umbettvorrichtung oder mit einem Rollboard in ein sauberes Bett.
  • Transport in den Aufwachraum bzw. auf eine ITS
  • Das Aufwachen der Patienten aus dem septischen OP findet im IMC–Bereich statt (BG-Vorgabe).
  • Patienten mit (Verdacht auf) offener Lungen-Tbc sind nicht im zentralen Aufwachbereich zu überwachen und zu betreuen, sondern direkt auf der Station.
  • Die Betreuung der Patienten mit MRE (incl. MRSA) im Aufwachraum ist aus krankenhaushygienischer Sicht (unter Einhaltung der Vorgaben der Hygiene­merkblätter MRGN/MRSA) möglich.

3. Personalbezogene Maßnahmen

3.1 Allgemein

Speisen und Getränke sowie alle anderen nicht unmittelbar für die Durchführung der OP notwendigen persönlichen Gegenstände dürfen nicht in den internen OP-Bereich (Ein-/Ausleitung, OP-Saal) genommen werden.

3.2 Personalschleuse

Zum Betreten bzw. Verlassen der OP–Abteilung müssen sich alle Personen ein- bzw. ausschleusen.

Die Ein- und Ausschleusung erfolgt über eine 3–Raum–Schleuse.

3.2.1 Einschleusen

unreine Seite (Raum 1)

  • Ablegen der Straßen- bzw. Berufskleidung bis auf die Unterwäsche (inklusive Schuhe)
  • Ablegen von Schmuckstücken (Ringe oder Uhren) an Händen und Unterarmen
  • vor Betreten der reinen Seite Hygienische Händedesinfektion

reine Seite (Raum 2)

  • Betreten des Raumes nur mit Unterwäsche
  • Anlegen der Bereichskleidung und Schutzkleidung:
    • OP–Kasack
    • OP–Hose
    • OP–Haube (alle Kopfhaare müssen bedeckt sein)
    • OP–Schuhe
  • vor Betreten des OP-Flures Hygienische Händedesinfektion

3.2.2 Ausschleusen (Raum 3)

  • Ablegen der Bereichskleidung und der Schutzkleidung in die entsprechenden Entsorgungsbehältnisse
  • Hygienische Händedesinfektion
  • Wechsel in Raum 1 zum Wiederanlegen der Straßen- bzw. Berufskleidung
  • Nach Verlassen der OP-Schleuse ist für ein Wiederbetreten der OP-Abteilung eine komplette Neueinschleusung notwendig.
  • Bei der Verlegung von Patienten aus dem OP in den Aufwachraum bzw. zur ITS und beim Wechsel in den OP-Saal 11 ist ein Schutzkittel zu tragen. Der OP–Bereich kann über die Schleuse erneut betreten werden. Der Schutzkittel ist dann in der Schleuse zu verwerfen.
  • Ein Tragen der grünen Bereichskleidung außerhalb des OP-Bereiches ist untersagt.

3.2.3 Toilettenbenutzung

  • Toilettenbenutzung ist mit Bereichskleidung möglich, anschließend Hygienische Händedesinfektion

3.3 Persönliche Schutzausrüstung

3.3.1 Kopfhaube

  • Die Kopfhaube ist in der Personalschleuse (reine Seite/2. Raum) anzulegen.

3.3.2 Mund–Nasenschutz

ist anzulegen:

  • vor dem Betreten des Operationsraumes (während einer OP bzw. wenn Instrumentarium gerichtet wird/ist)
  • vor jeder/m Operation/Eingriff
  • bei sichtbarer Verschmutzung oder Durchfeuchtung ist ein neuer Mund–/Nasenschutz anzulegen
  • beim Auftreten von Aerosolen bzw. beim möglichen Verspritzen von Sekreten
  • Der Mund-/Nasenschutz muss Mund und Nase bedecken und eng am Gesicht anliegen. Barthaare müssen (ggf. in Kombination mit der Kopfhaube) vollständig abgedeckt sein.
  • Der Mund-/Nasenschutz darf nicht heruntergeklappt oder in den Nacken geschoben werden.

3.3.3 Spez. Schutzbrillen und FFP – Masken

  • beim Lasern (bes. auch bei Verdacht/Nachweis von Papilloma-Viren)
  • FFP2–Masken beim allgemeinen Umgang mit Patienten mit offener Lungen–Tb (auch bei Verdacht auf) oder Organ–Tb
  • FFP3–Masken bei allen Manipulationen am Patienten, die zu erregerhaltigen Aerosolen führen können (In-/Extubation bei offener Lungen-Tb, Elektro­kauterung/Laserbehandlungen im Bereich infizierter Organe)

3.3.4 Handschuhe

keimarme Handschuhe

  • beim Umgang mit infektiösen Material
  • bei Arbeiten, bei denen mit Verschmutzung zu rechnen ist
  • nach Beendigung der Arbeit in den Abfalleimer entsorgen, anschließend Hygienische Händedesinfektion
  • nach jedem Patienten Handschuhwechsel

sterile Handschuhe

  • bei Arbeiten, die aseptische Bedingungen erfordern
  • bei Operationen, die erfahrungsgemäß mit einer vermehrten Läsion von Handschuhen einhergehen, sind zwei Paar Handschuhe zu tragen
  • Wechsel bei Defekten, bei Durchfeuchtung, mindestens alle 2 Stunden bei länger dauernden Operationen
  • Wechsel nur in ausreichender Entfernung vom Patienten und Instrumentiertisch

3.4  Präoperative Maßnahmen

3.4.1 „unsteriles“ OP-Personal (Springer)

  • Vor Maßnahmen am Patienten bzw. nach Berühren von kontaminierten Gegenständen muss eine Hygienische Händedesinfektion erfolgen.
  • bei infektiösen Patienten (z. B. Patienten mit MRSA) Schutzkleidung (Mund-/Nasenschutz, Schutzkittel, Handschuhe) tragen; wenn keine Schutzkleidung getragen wird, anschließend Wechsel der Bereichskleidung

3.4.2 „steriles“ OP-Personal

Waschräume können zusammen für mehrere beieinander liegende Operationsräume genutzt werden.

3.4.3 Chirurgische Händedesinfektion

Eine chirurgische Händedesinfektion wird vor jedem Eingriff/Operation durchgeführt.

Es dürfen keine Nagelbettverletzungen oder entzündliche Prozesse an den Händen und Unterarmen vorhanden sein.

1. Händewaschung

Die Waschphase wird bei optisch sauberen Händen nicht mehr als Bestandteil der chirurgischen Händedesinfektion angesehen.

Der OP-Trakt ist jedoch mit sauberen Händen zu betreten.

2. Desinfektion

  • Händedesinfektionsmittel aus Spender mit Ellenbogen entnehmen
  • Einwirkungszeit laut Herstellerangaben
  • Händedesinfektionsmittel auf Händen und Unterarmen verreiben, Haut ständig feucht halten
  • vor Anlegen der OP-Handschuhe müssen die Hände trocken sein
  • Nach Operationen mit einer Zeitdauer < 60 min ist eine alkoholische Hände­desinfektion für 1 min vor der nächsten OP ausreichend.

3.4.4 sterile OP-Kleidung

Die Kleidung soll auch im feuchten Zustand eine effektive Barriere gegen Flüssigkeitsdurchdringung darstellen.

Anlegen der sterilen OP-Kleidung im OP-Raum:

  • Der Mantel ist nach einem bestimmten System mit der Innenseite nach außen gefaltet, so dass der Hals–Schulter–Bereich sofort griffbereit ist.
  • Mit erhobenen Händen und ausgestreckten Armen wird der Mantel auseinander gezogen und entfaltet, so dass kein Bodenkontakt entsteht.
  • Die Hände fahren von innen in die Armlochöffnungen und bleiben oberhalb der Gürtellinie.
  • Ein Springer gibt von hinten Hilfestellung beim Anziehen des  Mantels. Die Armbündchen dürfen nicht proximal über das Handgelenk hinaus gezogen werden.
  • Der Springer schließt den Verschluss am Hals und schließt die Innenbänder im Mantel.
  • Anziehen der sterilen Handschuhe
  • Mit den sterilen Handschuhen wird der kürzere Teil des Bindegürtels im Vorderbereich des Mantels aus dem Karton gelöst.
  • Der Karton mit dem längeren Bindegürtel wird dem Springer gereicht. Dieser führt den Karton um die Person herum, so dass nach Entfernen des Kartons beide Bänder am Bauch steril verbunden werden können.
  • Der Karton bleibt unsteril beim Springer.

3.5 Intraoperative Maßnahmen

  • Anzahl der im Operationssaal Anwesenden, deren Fluktuation und das Sprechen auf das notwendige Minimum reduzieren
  • OP-Saal-Türen müssen geschlossen gehalten werden
  • Sterilzonen im Bereich der Instrumentiertische sind zu beachten.
  • Wechsel von Operationskittel oder Operationshandschuhen
    (z. B. nach Kontamination bzw. beim Übergang von der unreinen zur reinen Phase einer Operation) muss abseits vom Operationsfeld erfolgen.
  • für den Transport von Präparaten/Proben nur fest verschließbare, flüssigkeitsdichte Transportbehälter verwenden

3.6 Postoperative Maßnahmen

  • Ablegen der benutzten OP-Kleidung (Kittel, Handschuhe) im OP-Raum
  • anschließend Hygienische Händedesinfektion
  • Wechsel der grünen Bereichskleidung bei sichtbarer Verschmutzung, Durchfeuchtung oder Kontamination mit Blut oder infektiösem Material

4. Umgebungs- und materialbezogene Maßnahmen

4.1 Material/Instrumente

4.4.1 Einschleusung

  • Materialien und Instrumente gelangen über die Versorgungsschleuse bzw. den reinen Fahrstuhl von der ZSVA in den OP–Bereich.
  • Industrieverpackungen verbleiben in der Schleuse

4.1.2 Vorbereitung

  • Die instrumentierende Pflegekraft steht nach der chirurgischen Hände­desinfektion im Saal und bekleidet sich mit dem sterilen Mantel. Vorab wurde auf einem Transportwagen Sterilgut und Material vorbereitet. Ein Springer ist vorhanden.
  • Der Instrumentiertisch muss so platziert werden, dass eine Kontamination ausgeschlossen wird. Bei zusätzlichen Tischen ist ein sicherer Wandabstand einzuhalten.
  • OP-Personal überprüft Farbindikator und Datum der Sterilisation, sowie Unversehrtheit der Plomben.
  • Der Springer entfernt Containerdeckel.
  • Sterile Instrumente werden von einer steril bekleideten Pflegekraft auf dem Instrumententisch hergerichtet (erfolgt im OP-Saal, ggf. in einem Vorbereitungsraum für Instrumentiertische, wenn dort die gleichen hygienischen Bedingungen wie im OP-Saal gewährleistet sind).
  • Nach dem Richten der Instrumente wird der Tisch mit einem sterilen Tuch abgedeckt. Das Abdecken kann entfallen, wenn alle Türen bereits geschlossen sind und die Operation direkt beginnt.
  • Lösungen erst unmittelbar vor Gebrauch richten
  • Chargenvignette von Sterilgütern auf die Pflegedokumentation kleben

4.1.3 Umgang mit Implantaten (z. B. Gore-Tex-Netze, Endoprothesen)

  • Herstellerhinweis für die Handhabung beachten
  • Implantatverpackung erst öffnen, wenn die Verwendung des Implantats sicher feststeht
  • vor Entnahme des Implantats aus der Verpackung Handschuhwechsel durch­führen (Operateur, instrumentierende Pflegekraft)
  • Chargenvignette kommt in die Pflegedokumentation

4.1.4 Umgang mit mikrobiologischen/histologischen Material

  • für den Transport sind ausschließlich die dafür vorgesehenen geschlossenen Transportbehälter zu verwenden, so dass eine Kontamination von Personen und der Umgebung ausgeschlossen ist

4.1.5 Nachbereitung/Entsorgung

  • Die Wechselzeiten in den OP-Räumen müssen so bemessen sein, dass die zwischen den Eingriffen notwendigen Entsorgungs- und Desinfektionsmaßnahmen ohne Einschränkung durchgeführt werden können.
  • Instrumente trocken und in geschlossenen Behältern entsorgen  in die ZSVA transportieren
  • Lumina müssen vor Ort durch gespült und grobe Verschmutzungen entfernt werden.
  • Skalpellklingen und andere spitze Gegenstände müssen in durchstichsicheren Behältnissen entsorgt werden.
  • Instrumente müssen auf Vollständigkeit überprüft werden.
  • Für Instrumente von Operationen in manifest infizierter Region (Gr.4), sowie von Eingriffen bei Patienten, welche mit MRE (z. B. MRSA) besiedelt sind, müssen die Container beim Verlassen des OP-Saales von außen desinfizierend gereinigt werden.

4.1.6 Ausschleusung

  • Die Entsorgung aus dem OP–Bereich erfolgt über die Entsorgungsschleuse.
  • anschließend hygienische Händedesinfektion

4.3 Abfallentsorgung (siehe BHO/Abfälle bzw. Abfallordnung des Klinikums)

  • Abfallsäcke nach jeder OP wechseln und verschlossen in die Entsorgungsschleuse transportieren

4.4 Wäscheentsorgung (siehe BHO/Wäsche)

  • Wäschesäcke nach jeder OP wechseln und verschlossen in die Entsorgungsschleuse transportieren
  • bei Durchfeuchtungsgefahr zusätzlich in einem Kunststoffsack geschützt entsorgen

4.5 Flächendesinfektion (siehe BHO/Desinfektion)

  • Details zu Desinfektionsmitteln und Einwirkzeiten siehe Desinfektionsplan bzw. bei Nachweis relevanter Erreger die Hygienemerkblätter der UMR
  • Bei Verdacht bzw. Nachweis eines unbehüllten viralen Erregers (z. B. Papilloma-Virus, Noro- und Rota-Virus) ist ein viruzides Flächendesinfektionsmittel zu nutzen
    (gilt auch für Aufwachräume, Eingriffsräume).
    Influenza-Viren, Hepatitis B und C –Viren und HIV sind behüllte Viren und werden von jedem der gelisteten Desinfektionsmittel inaktiviert.

Zwischenreinigung/Desinfektion nach einer OP/einem Eingriff

  • patientennahe und sichtbar kontaminierte Flächen, Geräte (z. B. Arbeitsfläche des Anästhesiewagens), Lagerungshilfen und der begangene Fußboden (Verkehrsflächen) im OP-Saal
  • Nach Abtrocknung kann der OP-Saal wieder benutzt werden.
  • Waschzone
  • Desinfektion der Armaturen und Waschbecken
  • übrige Nebenräume
  • Desinfektion bei sichtbarer Kontamination

Reinigung/Desinfektion am Ende des OP-Tages (Betriebsende)

  • desinfizierende Reinigung der gesamten begehbaren Fußbodenfläche in der OP-Abteilung
  • potenziell verschmutzte bzw. kontaminierte Flächen/Geräte

4.6  Zentrale Vakuumanlage (Absaugung)

  • gefüllte Auffangbehälter ohne vorherige Entleerung als „E-Abfall“ (AS 18 01 02/schwarze Tonne) entsorgen
  • alle abnehmbaren Teile desinfizierend reinigen
  • bei spezifischen Infektionen sind die Behälter als C-Müll (EAK 18 01 03) zu kennzeichnen (lt. Hygienemerkblätter)

4.7 Narkosegeräte

  • Bei Einsatz von patientenbezogenen Bakterienfiltern (ausschließlich hydrophobe = flüssigkeitsrückhaltende Filter einsetzen) ist das Narkoseschlauchsystem alle 7 Tage zu wechseln.
  • Der Einsatz des Bakterienfilters erfolgt zwischen Trachealtubus und Y–Stück
  • Bei Verzicht auf Bakterienfilter ist das Narkoseschlauchsystem, Teile des Atemkreislaufes und Zubehör zwischen dem Einsatz bei verschiedenen Patienten zu desinfizieren bzw. nach Herstellerangaben aufzubereiten (Desinfektion durch ZSVA).
  • keine routinemäßige Desinfektion und Sterilisation des Geräteinneren der Narkosegeräte
  • Die Reinigung/Desinfektion von Ventilen und Kohlendioxidabsorber wird einmal pro Woche durchgeführt.
  • bei Nichtgebrauch des Gerätes staubgeschützte Lagerung

4.8 Anästhesiematerialwagen

  • Wagen einmal wöchentlich komplett ausräumen und wischdesinfizieren

4.9 Sterilgutlager (siehe BHO/Medizinprodukte)

  • das Sterilgutlager befindet sich im Lüftungsbereich der Raumklasse 1
  • offene Regale, Körbe usw. regelmäßig ausräumen, desinfizierend reinigen
  • geschlossene Schränke, Schubladen u. ä. regelmäßig ausräumen, desinfizierend reinigen
  • Sterilgutverpackungen aus Papier nicht mit Reinigungsmittel benetzen (Verlust der Schutzwirkung)
  • Durchführung der Maßnahmen dokumentieren

5. Kenntnisnahme und Unterschriften

Jeder Mitarbeiter/jede Mitarbeiterin ist verpflichtet die Hygieneordnung einzuhalten.

Mit ihrer/seiner Unterschrift bestätigt jede/jeder Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter, dass sie/er den Inhalt der Hygieneordnung  zur Kenntnis genommen hat.

Sie/er bestätigt weiterhin, dass sie/er alle zum Verständnis notwendigen Erläuterungen angefordert und erhalten hat.

NAME                                               DATUM                                             UNTERSCHRIFT


Stand: November 2015


Hygieneordnung für den ambulanten und stationären Operationsbereich


Inhalt - BHO - al­pha­be­tisch sortiert