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MRSA


Methicillin resistenter Staphyloccocus aureus

Hygienemerkblätter (HMB)

MRSA

MRSA

(Methicillin resistenter Staphylococcus aureus)


Meldepflicht

Laut Infektionsschutzgesetz §6 (3) sind mehr als 2 Erkrankungen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, nicht namentlich zu melden an:

Gesundheitsamt
Abteilung Infektionsschutz
Paulstraße 22
18055 Rostock
0381 3815369

Formulare sind hier bzw. im SAP abrufbar.

Laut Infektionsschutzgesetz § 7 (1) ist der Nachweis in Blutkultur und/oder Liquor namentlich zu melden - Meldung erfolgt durch das Labor!

Erreger

Staphylococcus aureus

Infektiöses Material

Jedes Material, in dem ein Keimnachweis gegeben ist,
z. B.

  • Wundsekrete
  • Blut
  • Urin
  • Atemwegssekrete etc.

Übertragungsweg

Kolonisation vorrangig im Nasenvorhof, von dort Ausbreitung auf andere Bereiche der Haut.

Übertragung des Erregers vorrangig über kontaminierte Hände!

Die aerogene Übertragung spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Inkubationszeit

Besiedelung erfolgt direkt ohne Inkubationszeit.

Infektionen entwickeln sich innerhalb weniger Tage.

Dauer der Infektiosität

Ohne Sanierungsbehandlung

So lange eine Besiedelung/Infektion vorliegt.

Aufhebung der Isolierung

Wenn 3 aufeinander folgende MRSA-Abstriche im Kulturnachweis negativ sind (exakte Durchführung siehe unten).

Diagnostik (zum Erstnachweis bzw. Verlauf)

Siehe Instruktionen für Kontrollabstriche

Regelhaft erfolgt der Nachweis mit Kulturmethoden und Nukein­säuretest (PCR).

Hygienemaßnahmen/Schutzmaßnahmen

Den Patienten wird die „Patienteninformation MRSA“ übergeben!

Die Lagerung der persönlichen Schutzausrüstung kann im bzw. vor dem Patientenzimmer erfolgen. Dabei sind die baulichen Gegebenheiten sowie etwaige Patienten-spezifische Regelungen im Hygienemanagement entscheidend.

Isolierung

Erforderlich

Bei Nachweis in Untersuchungsmaterialien aus den Atemwegen

Barrierepflege

In Absprache mit der Krankenhaushygiene bei Nachweis aus Wunden, Blutkultur und Urin ggf. ausreichend.

Kohortenisolierung

Eine gemeinsame Unterbringung mehrerer Patienten mit MRSA ist möglich.

Aufnahme bzw. Wiederaufnahme

Bei Aufnahme/Wiederaufnahme bekannter MRSA–Patienten
(z. B. bei Entlassung positive MRSA-Abstriche)

Initial Isolierung bzw. Barrierepflege

Aufhebung der Maßnahmen nach einmalig negativem Kontroll­abstrich

Entisolierung

Nach 3 negativen Kontrollabstrichen.

Prozedere siehe unter Punkt „Vorgehen bei MRSA–Kolonisation bzw. –Infektion“.

Kontaktpatienten

Sind alle Patienten, die mit einem MRSA–Patienten in einem Zimmer gelegen haben, unabhängig der Kontaktzeit.

Umgang mit Kontaktpatienten

Bis zum Nachweis negativer Kontrollabstriche:

Strikte Einhaltung der Standardhygiene!

Besucher

Die jeweiligen Patientenzimmer sind mit Isolierungstafeln zu kenn­zeichnen.

Alle Personen (Besucher wie Mitarbeiter) müssen sich vor dem Betreten des Zimmers im Stationsstützpunkt melden.

Das Anlegen von Schutzkleidung ist nicht erforderlich.

Händehygiene siehe unter Händedesinfektion

Ambulanter Bereich/Aufwachraum

Barrierepflege ist möglich.

Wenn aus organisatorischen Gründen nicht möglich, muss der Patient isoliert werden.

Händedesinfektion

Händedesinfektion gemäß Basishygieneordnung.

Alle im Hause verfügbaren Händedesinfektionsmittel sind geeignet.

Einwirkzeit beachten!

Patienten und Besucher werden durch das Stationspersonal zu regelmäßiger Händedesinfektion aufgefordert. Die Anleitung erfolgt durch das Stationspersonal.

Einmalhandschuhe

Erforderlich bei Kontakt mit erregerhaltigem Material, Körperflüssig­keiten oder Ausscheidungen.

Entsorgung im Zimmer.

Nach dem Ablegen hygienische Händedesinfektion!

Schutzkittel

Erforderlich beim Umgang mit kontaminiertem Material, dem Patienten selbst oder der kontaminierten Umgebung.

Schutzkittel/Schürze beim Bettenmachen!

Bei der Versorgung mehrerer Patienten im Zimmer zusätzlich Patienten-bezogene Einwegschürze verwenden.

Schutzkittel/Einwegschürzen werden im Zimmer entsorgt.

Mund–Nasenschutz

Erforderlich bei Arbeiten im Bereich von Gesicht und Oberkörper von nasal und/oder pharyngealerbesiedelten Patienten,
insbesondere wenn diese Zeichen einer Atemwegsinfektion zeigen.

Erforderlich beim Bettenmachen bei allen MRSA-Patienten.

Wäscheentsorgung

Entsorgung im Patientenzimmer bzw. Schleuse.

Transport zur Wäscherei im fest verschlossenen Wäschesack.

Die Entsorgung im Plastiksack ist nur bei Durchfeuchtung notwendig.

Geschirr

Geschirrspülautomat, Betriebstemperatur > 60°C

Sofern vorhanden, chemisch-thermische Desinfektion mit Gewerbe­geschirrspüler.

Pflege-/ Behandlungs- und Untersuchungsgeräte u.- Hilfsmittel (Medizinprodukte)

Nach Gebrauch desinfizierend reinigen bzw. Aufbereitung nach Herstellerangaben bzw. verwerfen.

Vorratshaltung von Wäsche, Medikamenten und Sterilgut im Zimmer auf ein Minimum reduzieren.

Nach Entlassung bzw. Verlegung alle Materialien im Zimmer entsorgen bzw. nach Herstellerangaben aufbereiten.

Abfallentsorgung

Normale Entsorgung (‘‘Krankenhausspezifische Abfälle‘‘- AS 180104/180101/Abfallgruppe B)

Fäzes und Urin in die Kanalisation

Flächendesinfektion

Desinfektion aller erreichbaren Flächen im Patientenzimmer mindestens 1 x pro Tag (ca. 30 min nach dem Betten machen), bei Entlassung bzw. sofortige Desinfektion nach Kontamination.

Desinfektionsmittel lt. Plan

Patiententransfer

Die Zieleinrichtung und das Transportpersonal sind über die MRSA–Besiedlung/Infektion vorab zu informieren.

Die ausgefüllten Formulare „MRSA-Aufnahmescreening“ und „MRE-Überleitungsbogen“ sind bei Verlegung (auch innerhalb der UMR) und Entlassung zwingend mitzugeben.

Patient

Erhält bei nachgewiesener nasaler und/oder pharyngealer Besiedlung einen Mund-Nasenschutz.
Bei verständigem, sich offenkundig an die Hygieneregeln haltenden Patienten ohne Zeichen einer Atemwegsinfektion kann wegen der Stigmatisierung ggf. auf den Mund-Nasen-Schutz verzichtet werden.
Vor dem Verlassen des Zimmers sind die Hände zu desinfizieren, ggf. passiv durch das Personal.
Bei Wundinfektionen mit MRSA muss vor dem Transport ein Verbandwechsel durchgeführt werden, wenn dieser durchfeuchtet ist oder sich gelöst hat.
Erfolgt der Transport des Patienten im Bett, müssen die Kontaktflächen des Bettgestelles vor Transport desinfiziert werden.

Personal

Trägt Schutzhandschuhe und beachtet die Regeln zur Hände­desinfektion.
Nur bei direktem Kontakt zum Patienten, z. B. beim Umlagern, ist ein Schutzkittel/Schürze und ggf. ein M-N-S anzulegen.
Hygienische Händedesinfektion nach Ablegen der Schutzausrüstung
Nach dem Transport ist eine gezielte Flächendesinfektion von allen Kontaktflächen durchzuführen.

Medizinprodukte

Unmittelbar nach dem Transport Kontaktflächen desinfizieren.

Besonderheiten im OP

Es ist nicht notwendig infektiöse Patienten am Ende des Programms zu behandeln.

Bei der Übernahme des Patienten sind Mund-Nasenschutz, Schutzkittel/Schürze und Handschuhe anzulegen.

Nach Beendigung der Tätigkeit Schutzkleidung entsorgen.
Hier differenzieren – wo ist besiedelt - Maßnahme anpassen.

Wenn kein Schutzkittel getragen wird, Wechsel der Bereichs­kleidung.

Besonderheiten für das Personal

Siehe auch „Übersicht zur MRSA-Dekontamination und Folgeabstriche - Personal“

Schwangere Mitarbeiterinnen

Kontakt mit dem Patienten ist erlaubt.

Die Standardhygieneregeln werden genau eingehalten.

Screening- bzw. Kontrollabstriche

Abstrich mit sterilem beflockten Tupfer sowie Röhrchen mit malvenfarbenen Deckel und Transportmedium für die Untersuchung mittels Bakterienkultur oder PCR.

Eine routinemäßige Untersuchung von unverdächtigen Patienten und jeglichem medizin­ischem Personal auf MRSA ist nicht notwendig.

Abstriche im Sinne eines Eingangsscreenings

Probennahme

Ein Abstrich von

  • Beiden Nasenvorhöfen
    • mit sterilem beflockten Stieltupfer
  • Rachen
    • mit separatem sterilen beflockten Stieltupfer
  • Ggf. Wunden
    • mit separatem sterilen beflockten Stieltupfer

Bei Patienten, die 1 der nachfolgenden Risikofaktoren aufweisen

  • Aufnahme auf einer Intensivstation
    • sofern Screening nicht auf der vorherigen Station erfolgte
  • Präoperativ vor geplanten größeren Operationen mit anschließendem ITS–Aufenthalt
  • Bekannte MRSA–Anamnese
  • Mindestens 3 Tage stationäre Behandlung in einem Krankenhaus in den letzten 12 Monaten
  • Dialysepatienten
  • Hautulcera/chronische Wunden
  • Professioneller Kontakt zu Nutztieren/Professioneller Umgang mit Fleisch (Produktion)
  • Neu-und Frühgeborene unter 1500g Geburtsgewicht
  • Aufenthalt in den letzten 6 Monaten in Ländern mit freiem Verkauf von Antibiotika und/oder bekannt hoher MRSA-Prävalenz, z. B.
    • Bulgarien, Griechenland, Italien, Malta, Portugal, Rumänien, Spanien, USA, Zypern

Bei Patienten, die mindestens 2 der nachfolgenden Risikofaktoren aufweisen

  • Chronische Pflegebedürftigkeit
    • Pflegegrad 3-5
  • Antibiotikatherapie in den letzten 6 Monaten
  • Liegende Katheter
    • z. B.: PEG-Sonden, Trachealkanüle, Harnwegskatheter

MRSA-PCR positiver Erstnachweis

Vorgehen bei Patienten mit einem MRSA-PCR positiven Erstnachweis und dem dazu ausstehendem Ergebnis der MRSA-Kultur

  • Sofortige Isolierung und Sanierungsbeginn!

MRSA-Kultur negativ

Wenn dann die MRSA-Kultur negativ ist, werden

  • an 2 aufeinanderfolgenen Tagen, je ein Kontrollabstrich während der laufenden Sanierung genommen
    • Abstrich: Nase/Rachen
  • PCR und Kultur in der LAURIS-Maske ankreuzen

Sind die MRSA-Kulturen durchgängig negativ, erfolgt die Entisolierung und die Sanierung wird umgehend beendet.

Vorgehen bei MRSA-Kolonisation bzw. –Infektion

Patient

In Abhängigkeit einer ärztlichen Risikoanalyse, z. B.

  • geplanter Krankenhausaufenthalt < 6 Tage
  • mehrfach erfolglose Dekolonisierungsbehandlung in der Anamnese

kann ggf.auf eine Dekolonisation

  • lokale antiseptische Behandlung Nase-/Rachenraum
  • antiseptische Ganzkörperwäsche

verzichtet werden.

In diesen Fällen müssen die Gründe in der Patientenakte niedergelegt werden.

Kontrollabstriche

Unter einer lokalen Sanierungsbehandlung bzw. unter einer MRSA-wirksamen Antibiotika­therapie (Antibiogramm ist zu beachten) sind Kontrollabstriche nicht sinnvoll!

Beginnend mit dem 1. Tag nach Beendigung einer lokalen Sanierungsbehandlung 3 Kontrollabstriche, von den vorher nachweislich besiedelten und den sanierten Bereichen, an 3 aufeinanderfolgenden Tagen.

Bei Materialeinsendung dem Labor Untersuchungsanlass (‘‘Sanierungskontrolle‘‘) unbedingt mitteilen!

Bei erfolgreich sanierten Patienten 1 x wöchentlich Abstriche von Nasenvorhöfen, Rachen und ggf. Wunden. Bei Materialeinsendung Untersuchungsanlass (‘‘Screening‘‘) dem Labor mitteilen.

Bei positiver Blutkultur je ein Kontrollabstrich von Nase, Rachen und ggf. Wunde.
Wenn positiv: weiteres Vorgehen laut Merkblatt

Fehlender Dekolonisationserfolg

Ein fehlender Dekolonisationserfolg kann folgende Ursachen haben:

  • Mangelnde Compliance bei der Umsetzung der Maßnahmen
  • Rekolonisationen u.a. durch Lebenspartner; unbelebte, kontaminierte Umgebung

Bei nicht erfolgreichem erstem Dekolonisierungsversuch können weitere Versuche erfolgen.

Kontaktpatienten

Ein Abstrich von

  • Beiden Nasenvorhöfen
    • mit einem beflockten Tupfer+Röhrchen mit malvenfarbenen Deckel+ Transport­medium
  • Rachen
    • mit einem separaten beflockten Tupfer+Röhrchen mit malvenfarbenen Deckel + Transportmedium
  • Ggf. Wunden
    • mit einem separaten beflockten Tupfer +Röhrchen mit malvenfarbenen Deckel + Transportmedium

Personal

Beginnend mit dem 1. Tag nach Beendigung einer Sanierungsbehandlung, Abnahme von 3 Kontrollabstrichen, von den vorher nachweislich besiedelten sowie den sanierten Bereichen, an 3 aufeinanderfolgenden Tagen.

Sanierung

Patient

Siehe auch „Übersicht zur MRSA–Dekontamination und Folgeabstrichen - Patient“

Allgemein

  • 1x täglich Wäschewechsel
    • Kleidung, Bettwäsche, Handtücher
  • 1x täglich antiseptische Ganzkörperwaschung (inkl. Haarwaschung) mit einer antimikrobiellen Waschlotion
    • z. B. Octenisan wash lotion – Anwendung siehe Herstellerangaben
  •  Persönliche Gegenstände sind im Zimmer zu belassen, zu desinfizieren bzw. auszutauschen
    • z. B. Rasierer, „in ear“-Kopfhörer von Telefon/mp3-Player oder Ähnlichem
  • Spray ist als Deodorant zu verwenden
    • Angebrochener Deoroller ist zu verwerfen!

Sanierung der Nase

Die Applikation von antibiotischer bzw. antiseptischer Nasensalbe ist zu empfehlen

  • z. B. Octenisan-Nasengel
  • 3 x täglich über 5 Tage in beide Nasenvorhöfe

Alternativ können PVP-Jod-Präparate oder andere lokal applizierbare Antibiotika mit nachgewiesener Wirksamkeit eingesetzt werden.

Dekontamination der Mundhöhle

Nach dem Zähneputzen

  • Mund- und Rachenraum mit einem getränkten Tupfer ausstreichen oder Mundspülung bzw. Gurgeln
    • z. B. mit Octenidol oder 0,12%-igem Chlorhexidin

Zahnbürste, Zahnprothese

  • Vorzugsweise Einweg-Zahnbürste nutzen
  • Ansonsten Zahnbürste ggf. auch Zahnprothese vollständig bedeckt in Octenisept oder Octenidol einlegen:
    • Einwirkzeit: 1 Minute
    • Danach mit Trinkwasser abspülen
    • Lösung nach Gebrauch entsorgen

Wundbehandlung

Wundbehandlung von MRSA–infizierten bzw. –kolonisierten Wunden oder Hautläsionen erfolgt nach ärztlicher Anordnung, ggf. Rücksprache mit der Wund-/Enterostomatherapeutin.

Personal

Siehe auch „Übersicht zur MRSA –Dekontamination und Folgeabstriche - Personal“

Allgemein

In der Regel Sanierung nach Absprache mit der Klinik-/Stationsleitung und/oder dem betriebsärztlichen Dienst unter Beratung durch die Krankenhaushygiene.

Sanierung der Nase/Dekontamination der Mundhöhle

  • Vorgehensweise siehe unter Patient

Der Einsatz von MRSA–kolonisiertem Personal im Patientenbereich ist individuell zu entscheiden und mit dem Krankenhaushygieniker abzustimmen.


Stand: Juni 2017


MRSA (Methicillin resistenter Staphylococcus aureus)

MRSA in Pflege- und Rehaeinrichtungen und in Psychiatrischen Kliniken

MRSA in Pflege–/Reha-Einrichtungen und in Psychiatrischen Kliniken

(Methicillin resistenter Staphylococcus aureus)


Meldepflicht

Laut Infektionsschutzgesetz §6 (3) sind mehr als 2 Erkrankungen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, nicht namentlich zu melden an:

Gesundheitsamt
Abteilung Infektionsschutz
Paulstraße 22
18055 Rostock
0381 3815369

Formulare sind hier bzw. im SAP abrufbar.

Laut Infektionsschutzgesetz § 7 (1) sind Nachweise in Blutkultur und/oder Liquor namentlich zu melden. Die Meldung erfolgt durch das Labor!

Erreger

Staphylococcus aureus

Infektiöses Material

Jedes Material, in dem ein Keimnachweis gegeben ist

z. B. Wundesekrete, Blut, Urin, Atemwegssekrete etc.

Übertragungsweg

Kolonisation vorrangig im Nasenvorhof, von dort Ausbreitung auf andere Bereiche der Haut (u. a. Hände, Axilla, Perinealregion) und Schleimhäute (z. B. Rachen).

Übertragung des Erregers vorrangig über kontaminierte Hände!

Die aerogene Übertragung spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Inkubationszeit

Besiedelung erfolgt direkt ohne Inkubationszeit.

Infektionen entwickeln sich innerhalb weniger Tage.

Dauer der Infektiosität

Ohne Sanierungsbehandlung

So lange eine Besiedelung/Infektion vorliegt.

Mit Sanierungsbehandlung

Infektiosität beendet, wenn 3 an aufeinander folgenden Tagen genommene MRSA–Abstriche im Kulturnachweis negativ sind.

Cave

Bei 20 bis 50 % der „Sanierten“ ist der Erreger Monate nach der scheinbar erfolgreichen Sanierung wieder/weiterhin nachweisbar.

Gründe

Re-Besiedlung aus der kontaminierten Umgebung, initial lediglich Unterdrückung, aber keine komplette Eradikation des Erregers aus dem Körper des Patienten.

Deswegen ist es sinnvoll, eine weitere Abstrichuntersuchung auf MRSA ca. 6 Monate nach der Sanierungsbehandlung vorzunehmen.

Diagnostik (zum Erstnachweis bzw. Verlauf)

Siehe Instruktionen für Kontrollabstriche.

Regelhaft erfolgt der Nachweis mit Kulturmethoden und Nukeinsäuretest (PCR).

Hygienemaßnahmen/Schutzmaßnahmen

Isolierung

Isolierung nicht erforderlich für/wenn

  • Heimbewohner/Patienten ohne besonderes Risiko
  • Kolonisierte Stellen mit Verbänden abgedeckt werden können
  • Heimbewohner/Patienten die Situation erfassen und selbst sorgfältige Hygienemaßnahmen durchführen können

Für Mitbewohner mit Risikofaktoren ist die Standardhygiene zu beachten.

  • Risikofaktoren sind z. B. Hautdefekte, Sonden, Katheter

Einzelunterbringung erforderlich bei

Heimbewohnern/Patienten, bei denen

  • die Gefahr einer Streuung besteht
    • mit produktivem Husten
    • Tracheostoma
    • offene Hautläsionen, die nicht abgedeckt werden können
  • Desorientiertheit auftritt

Die psychische Belastung als Folge der Isolierung ist zu bedenken und im Vergleich zum nur bedingten Schutz vor Übertragungen zu wichten!

Kohortenisolierung

Eine Kohortenisolierung, d. h. die gemeinsame Unterbringung mehrerer MRSA–kolonisierter/-infizierter Personen, ist möglich.

Soziale Kontakte

Bei ordnungsgemäßer Standardhygiene ist die Teilnahme am Gemeinschaftsleben möglich!

Entisolierung

Entisolierung von MRSA-kolonisierten/-infizierten Heim­bewohnern/Patienten, wenn von einer (vorläufigen) Sanierung des Patienten auszugehen ist, entsprechend der

  • unten genannten Sanierungsbehandlung und
  • oben genannten Untersuchungen.

Kontaktpatienten/Heimbewohner

Sind alle Patienten, die mit einem MRSA-Patienten in einem Zimmer gelegen haben, unabhängig der Kontaktzeit.

Pflege- und Reha-Einrichtungen

In Pflege- und Reha-Einrichtungen werden bei Kontaktpersonen keine Kontrollabstriche durchgeführt!

Immer gilt

Strikte Einhaltung der Standardhygiene!

  • Siehe unter „Vorgehen bei MRSA-Kolonisation/–Infektion“

Besucher

Keine Schutzmaßnahmen erforderlich.

Händehygiene siehe unter Händedesinfektion

Ambulanter Bereich

Barrierepflege ist möglich.

Wenn aus organisatorischen Gründen nicht möglich, muss der Patient isoliert werden.

Händedesinfektion

Personal

  • Vor und nach Kontakt zu dem MRSA–positiven Heimbewohner/Patienten
  • Nach Kontakt mit erregerhaltigem Material oder kontaminierten Gegenständen/Wäschestücken
  • Nach dem Ablegen von Einmalhandschuhen

Heimbewohner/Patient (MRSA positiv)

  • Vor Umgang mit Bewohner(n) desselben Zimmers
  • Vor Teilnahme an gemeinschaftlichen Aktivitäten
  • Anleitung erfolgt durch das Pflegepersonal

Einmalhandschuhe

Erforderlich bei Kontakt mit erregerhaltigem Material, Körperflüssig­keiten oder Ausscheidungen.

Entsorgung im Zimmer.

Nach dem Ablegen hygienische Händedesinfektion!

Schutzkittel

Erforderlich bei Arbeiten mit möglichem Kontakt mit erregerhaltigem Material, Körperflüssigkeiten, Ausscheidungen, Sekreten (z. B. Inkontinenzpflege) sowie beim Bettenmachen.

Patienten bezogen einsetzen.

Aufhängen der Schutzkittel (Mehrwegkittel) im Zimmer mit der Außenseite nach außen.

Wechsel täglich und bei Verschmutzung bzw. Einmalkittel verwenden.

Mund–Nasen-Schutz

Erforderlich bei/beim

  • Versorgung ausgedehnter Wunden
  • Tracheostomapflege
  • Kontakt zu einem hustenden bzw. niesenden Bewohner/Patienten mit MRSA-Nachweis im Nasen-Rachen­-Raum
  • Bettenmachen

Wäscheentsorgung

Entsorgung im Zimmer.

Transport zur Wäscherei im fest verschlossenen Wäschesack.

Die Entsorgung im Plastiksack ist nur bei Durchfeuchtung notwendig.

Geschirr

Geschirrspülautomat, Betriebstemperatur > 60°C

Sofern vorhanden, chemisch-thermische Desinfektion mit Gewerbe­geschirrspüler.

Pflege-/ Behandlungs- und Untersuchungsgeräte u.- Hilfsmittel (Medizinprodukte)

Heimbewohner-/Patienten-bezogen einsetzen

Sofort nach Gebrauch desinfizieren bzw. nach Herstellerangaben aufbereiten bzw. verwerfen.

Vorratshaltung von Wäsche, Medikamenten und Sterilgut im Zimmer auf ein Minimum reduzieren.

Sobald ein Heimbewohner/Patient nicht mehr kolonisiert/infiziert ist, müssen die gesamten im Zimmer befindlichen, offen gelagerten Gegenstände desinfizierend gewaschen oder desinfiziert und/oder sterilisiert oder entsorgt werden.

Abfallentsorgung

Normale Entsorgung (‘‘Krankenhausspezifische Abfälle‘‘ – AS 180104/180101/Abfallgruppe B)

Fäzes und Urin in die Kanalisation

Flächendesinfektion

Desinfektion aller erreichbaren Flächen im Bewohnerzimmer/Patientenzimmer mindestens 1 x pro Tag (ca. 30 Minuten nach dem Bettenmachen), bei Entlassung bzw. sofortige Desinfektion nach Kontamination.

Desinfektionsmittel laut Plan

Patiententransfer

Die Zieleinrichtung und das Transportpersonal sind über die MRSA–Besiedlung/-Infektion vorab zu informieren.

Der ausgefüllte „MRE-Überleitungsbogen“ ist bei Verlegung (auch innerhalb der UMR) und Entlassung zwingend mitzugeben.

Patient

Erhält bei nachgewiesener nasaler und/oder pharyngealer Besiedlung einen Mund-Nasen-Schutz.

Bei verständigem, sich offenkundig an die Hygieneregeln haltenden Patienten ohne Zeichen einer Atemwegsinfektion kann, wegen der Stigmatisierung, ggf. auf den Mund-Nasen-Schutz verzichtet werden.

Vor dem Verlassen des Zimmers sind die Hände zu desinfizieren, gegebenenfalls passiv durch das Personal.

Bei Wundinfektionen mit MRSA muss vor dem Transport ein Verbandwechsel durchgeführt werden, wenn dieser durchfeuchtet ist oder sich gelöst hat.

Personal

Trägt Schutzhandschuhe und beachtet die Regeln zur Hände­desinfektion.

Nur bei direktem Kontakt zum Patienten, z. B. beim Umlagern, ist ein Schutzkittel/Schürze und gegebenenfalls ein Mund-Nasen-Schutz anzulegen.

Hygienische Händedesinfektion nach Ablegen der Schutzausrüstung

Gezielte Flächendesinfektion ist von allen Kontaktflächen nach dem Transport durchzuführen.

Medizinprodukte

Unmittelbar nach dem Transport Kontaktflächen desinfizieren.

Besonderheiten für das Personal

Siehe „Übersicht zur MRSA –Dekontamination und Folgeabstriche - Personal

Schwangere Mitarbeiterinnen

Kontakt mit dem Patienten ist erlaubt.

Die Standardhygieneregeln werden genau eingehalten.

MRSA-Screening bzw. Kontrollabstriche

Eine routinemäßige Untersuchung von unverdächtigen Heimbewohnern/Patienten auf MRSA ist nicht prinzipiell notwendig.

In Abhängigkeit einer ärztlichen Risikoanalyse (z. B. Identifikation von MRSA-Träger durch gezielte Anamnese und Risikobasierte Untersuchung) kann eine solche Untersuchung bei einem Patienten oder Patientengruppen durchgeführt werden.

MRSA-Screening

In diesem Fall besteht das MRSA-Screening aus jeweils einer Abstrichserie von:

  • Beiden Nasenvorhöfen
    • mit sterilem beflockten Stieltupfer
  • Rachen
    • mit einem separaten sterilen beflockten Stieltupfer
  • Gegebenenfalls Wunden
    • mit einem separaten sterilen beflockten Stieltupfer

Sanierung

Eine im Krankenhaus begonnene Sanierung ist fortzuführen!

  • siehe "MRE-Überleitungsbogen"

Die Entscheidung für bzw. gegen eine in der konkreten Einrichtung zu beginnende Sanierung liegt im Ermessen des Arztes.

Wiederholung

Wiederholung eines erfolglosen Sanierungsversuchs nur nach Rückkoppelung mit einem Hygiene-kompetenten Arzt!

Allgemein

  • 1x täglich Wäschewechsel
    • Bekleidung, Bettwäsche, Utensilien der Körperpflege, Waschlappen, Handtücher und Ähnlichem
  • 1x täglich antiseptische Ganzkörperwaschung inklusive Haarwaschung mit einer antimikrobiellen Waschlotion
    • z. B. Octenisan Waschlotion – Anwendung nach Herstellerangaben

Sanierung der Nase

Die Applikation von antibiotischer bzw. antiseptischer Nasensalbe ist zu empfehlen

  • z. B. Octenisan-Nasengel
  • 3 x täglich über 5 Tage in beide Nasenvorhöfe

Alternativ können PVP-Jod-Präparate oder andere lokal applizierbare Antibiotika mit nachgewiesener Wirksamkeit eingesetzt werden.

  • z. B. Mupirocin, Bacitracin

Dekontamination der Mundhöhle

Nach dem Zähneputzen

  • Mund- und Rachenraum mit einem getränkten Tupfer ausstreichen oder Mundspülung vornehmen bzw. Gurgeln
    • z. B. mit Octenidol oder 0,12 %-igem Chlorhexidin

Zahnbürste, Zahnprothese

  • Bevorzugt Einweg-Zahnbürsten nutzen
  • Andernfalls Zahnbürste, ggf. auch Zahnprothese, vollständig bedeckt in Mundspüllösung einlegen
    • z. B. in Octenidol
    • Einwirkzeit 1 Minute
    • Danach mit Trinkwasser abspülen
    • Lösung nach Gebrauch entsorgen

Wundbehandlung

Wundbehandlung von MRSA-infizierten/-kolonisierten Wunden oder Hautläsionen erfolgt nach ärztlicher Anordnung, gegebenenfalls Rücksprache mit der Wund-/Enterostoma­-Therapeutin

Vorgehen nach der Sanierung

Kontrollabstriche

Beginnend mit dem 1. Tag nach Beendigung einer lokalen Sanierungsbehandlung

  • 3 Kontrollabstriche
    • von den vorher nachweislich besiedelten und den sanierten Bereichen an
  • 3 aufeinanderfolgenden Tagen

Unter einer lokalen Sanierungsbehandlung bzw. unter einer MRSA-wirksamen Antibiotika­therapie sind Kontrollabstriche nicht sinnvoll!

  • Antibiogramm beachten

Kontaktpatienten

Pflege- und Reha-Einrichtungen

In Pflege- und Reha-Einrichtungen werden bei den Kontaktpersonen keine Kontrollabstriche durchgeführt!

Psychiatrische Kliniken

Bei Kontaktpatienten in psychiatrischen Kliniken je ein Abstrich von Nasenvorhöfen, Rachen und gegebenenfalls Wunden.

Rehabilitationseinrichtungen

Teilnahme an Rehabilitationsmaßnahmen

Rehabilitanden mit MRSA/MRE können an Rehabilitationsmaßnahmen teilnehmen, dabei ist zu beachten, das therapeutische Gegenstände und Utensilien wischdesinfizierbar sind.

Isolierung

Im Reha-Bereich bestehen seitens der Hygiene keine Einschränkungen (insbesondere eine Isolierung) für den MRSA-Patienten, sofern dieser jederzeit diszipliniert und technisch korrekt eine Händehygiene durchführt.

Speisenversorgung

Die Klinikleitung kann aus psychologischen Gründen, in Absprache mit dem zuständigen Krankenhaushygieniker, besondere Regeln für die Speisenversorgung im Rahmen eines Buffetservice sowie für den engen, unmittelbaren bzw. mittelbaren Körperkontakt mit anderen Patienten (Ergotherapie, Lehrküche, Mannschaftssportarten) aufstellen.

Schwimmbad

Die Nutzung eines Schwimmbads ist möglich. Dabei sind für die Wasserhygiene und die Hygiene der Oberflächen die Kriterien nach DIN 19643 einzuhalten.

Tiergestützte Therapien

Tiergestützte Therapien sind nicht durchzuführen.

Gemeinschaftsleben

Bei nicht kooperationsfähigen Rehabilitanden ist individuell festzulegen unter welchen Bedingungen eine Teilnahme am Gemeinschaftsleben möglich ist.


Stand: Juni 2017


MRSA (Methicillin resistenter Staphylococcus aureus) in Pflege–/Reha-Einrichtungen und in Psychiatrischen Kliniken

MRSA-Patienteninformation

MRSA-Patienteninformation

MRSA-Informationsblatt für Patienten und Besucher


Sehr geehrte Patientin und sehr geehrter Patient,
Sehr geehrte Besucher,

Sie haben soeben erfahren, dass Sie einen ‘‘MRSA‘‘ haben bzw., dass Sie ein MRSA–Kontaktpatient sind. Bestimmte Maßnahmen müssen zu ihrer Sicherheit und zur Sicherheit ihrer Umgebung ergriffen werden.

Wahrscheinlich sind Sie jetzt etwas beunruhigt. Wir möchten Ihnen auf diesem Weg erklären, was ein „MRSA“ ist, welche Bedeutung er hat und Ihnen so die Unruhe nehmen.

Was bedeutet MRSA?

MRSA bedeutet Methicillin resistenter Staphylococcus aureus.

Zum besseren Verständnis möchten wir Ihnen zunächst die Begriffe erklären:

Staphylococcus aureus ist ein Bakterium. Es kann auf der Haut und/oder auf Schleim­häuten sitzen ohne krank zu machen. Man spricht dann von einem „Trägertum“. Viele gesunde Erwachsene sind dauernd oder vorübergehend Träger.

Das „Trägertum“ stellt kein gesundheitliches Problem für Sie und Ihren Angehörigen dar. Allerdings können diese Bakterien unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. bei schweren Erkrankungen) beim Träger oder bei Menschen in seiner Umgebung zu Entzündungen (Infektionen) führen.

Bei schweren Entzündungen muss mit Antibiotika behandelt werden.

Was bedeutet nun Methicillin-resistent?

Methicillin ist ein Antibiotikum. Resistent bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das Bakterium eine Widerstandsfähigkeit gegen dieses Antibiotikum erlangt hat.

Bei MRSA handelt es sich also um Bakterien der Art Staphylococcus aureus, gegen die das Antibiotikum Methicillin nicht mehr wirksam ist. Meist ist die Methicillin–Resistenz mit Resistenzen gegen andere Antibiotika verknüpft.

Im Falle einer behandlungsbedürftigen Infektion bleiben daher nur noch einige Antibiotika zur Behandlung übrig.

MRSA können wie jeder andere Staphylococcus aureus ohne krank zu machen auf der Haut und/oder Schleimhäuten sitzen und verschwinden oft von alleine, ohne jemals vom Träger bemerkt zu werden.

Außerhalb des Krankenhauses sind Sie meistens von gesunden Menschen umgeben. Für diese Menschen stellt der MRSA keine Gefahr dar. Aus diesem Grund sind zu Hause keine besonderen Maßnahmen nötig. Nur bei stark abwehrgeschwächten kranken  Angehörigen wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt.

Warum sind besondere Maßnahmen notwendig?

Sie fragen jetzt sicher, warum dann so einschneidende und für Sie belastende Maßnahmen ergriffen werden.

Wir möchten zur Beantwortung der Frage folgendes aufführen:

Der „MRSA“ kann sich bei allen Personen, die mit dem Träger in Kontakt kommen (Mitpatienten, beim Pflegepersonal, bei Ärzten, beim Reinigungspersonal, Besucher), auf der Haut oder in der Nase ansiedeln. Von diesen besiedelten Personen aus kann er über deren Hände, beim Niesen oder Husten, auf andere Patienten und im ganzen Krankenhaus verteilt werden. Patienten können nun wegen ihrer eigentlichen Erkrankung leichter oder auch schwerer verlaufende MRSA-Infektionen bekommen.

Daher muss die Keimausbreitung so weit wie möglich unterbunden werden. Dazu müssen im Krankenhaus bestimmte Maßnahmen durchgeführt werden.

Welche Maßnahmen müssen durchgeführt werden?

Ihre Unterbringung, ob alleine oder mit anderen MRSA-Trägern, wird individuell vom behandelnden Arzt und der Hygienefachkraft festgelegt.

Um eine Weiterverbreitung des Keimes auf andere Personen zu verhindern, wird das Pflege­personal Ihnen wichtige Handlungsabläufe hinsichtlich der Krankenhaushygiene erläutern, z. B.:

  • die Technik der Hygienischen Händedesinfektion

  • der Umgang mit persönlichen Pflegeartikeln (z. B. Rasierer, Zahnbürsten)

  • die antiseptische Ganzkörperwaschung (inkl. Haarwaschung) 1x täglich mit einer antimikrobiellen Waschlotion, z. B. mit Octenisan Waschlotion – Anwendung siehe Herstellerangaben

  • wann sie einen Mund-Nasen-Schutz anlegen müssen

  • Anstelle eines Deorollers verwenden Sie bitte in dieser Zeit ein Spray. Um die Bakterien schnellst möglich los zu werden, verwerfen Sie bitte den angebrochenen Deoroller!

  • den Wäschewechsel 1x täglich
    (Bekleidung, Bettwäsche, Utensilien der Körperpflege, Waschlappen, Handtücher u. ä)

  • Bei direktem Kontakt zu Ihnen trägt das Personal ggf. einen Schutzkittel, einen Mund-Nasen-Schutz und Handschuhe.

  • Um den Keim auf besiedelten Hautarealen zu vernichten, erfolgt eine Behandlung mit einem Antibiotikum oder Antiseptikum z. B. in Form einer Nasensalbe. Diese Maßnahmen werden Ihnen von dem Pflegepersonal bzw. vom Arzt erläutert.

Nach Beendigung der Sanierungsbehandlung (voraussichtlich nach 5 Tagen) werden 3 Kontrollabstriche an 3 aufeinanderfolgenden Tagen an bestimmten Haut-/Schleimhautstellen entnommen. Diese werden in das Labor zur Untersuchung geschickt. Findet sich in diesen Abstrichen kein MRSA mehr, können die besonderen Maßnahmen beendet werden.

Was bedeutet MRSA – Kontaktpatient?

Wir möchten uns nun noch speziell an die „MRSA-Kontaktpatienten“ wenden.

MRSA-Kontaktpatient bedeutet, dass Sie mit einem MRSA-Träger das Zimmer teilen oder geteilt haben. Somit besteht die Möglichkeit, dass auch Sie mit diesem Erreger besiedelt sind. Um dies auszuschließen oder auch zu bestätigen, müssen auch bei Ihnen Abstriche an bestimmten Haut-/Schleimhautstellen (1x) zur Untersuchung auf MRSA entnommen werden.

Sehr geehrte Besucher!

Sehr geehrte Besucher

Viele gesunde Erwachsene sind dauerhaft oder vorübergehend „MRSA-Träger“.

Wir bitten Sie deshalb, sich vor dem Besuch bei der diensthabenden Pflegeperson zu melden. Diese erklären Ihnen die erforderlichen Maßnahmen.

Zu Beginn und zum Abschluss Ihres Besuches muss eine Hygienische Händedesinfektion erfolgen.

Wir hoffen, Ihnen mit unseren Ausführungen geholfen, einige Fragen geklärt und die Unsicherheit genommen zu haben.

Gute Besserung bzw. dauerhafte Gesundheit wünscht Ihnen das

Hygieneteam der Rostocker Universitätsmedizin


Stand: April 2017


Isolierung

MRSA - Auszug Isolierungsschema UMR

Isolierung

In der Regel erforderlich

Nach Rücksprache KhH: Barrierepflege möglich

Kohortierung

Möglich

Entisolierung

Nach 3 negativen Kontrollabstrichen

Hygienische. Händedesinfektion

Standard

Keimarme HS

Standard

M-N-S / Atemmasken

Bei direktem Kontakt nasal/pharyngeal besiedelter Patienten

Beim Bettenmachen aller MRSA-Patienten

Schutzkittel

Bei Kontakt mit konta­minierten Gegenständen (z. B. Bett)

Bei direktem Patienten­kontakt

Flächendesinfektion

Standard

Wäsche

Entsorgung im Zimmer

Geschirr

Standard

Medizinprodukte
(z. B. Pflege-Untersuchungsmaterial)

Patienten-bezogen einsetzen

Nach Gebrauch aufbereiten bzw. entsorgen

Abfall

Normale Entsorgung

Isolierungstafel

Isolierung


Stand: September 2017


Isolierung

Formulare

MRSA - Aufnahmescreening

Stand: 06/2017

MRSA - Aufnahmescreening - Patientenfragebogen

MRE - Überleitungsbogen

Stand: 10/2014

Übersicht Sanierung

MRSA–Dekontamination und Folgeabstriche - Mitarbeiter

Übersicht zur MRSA – Dekontamination und Folgeabstriche

zur Ausgabe an die Mitarbeiter


 

Octenisan Nasengel

Dekontamination der Mundhöhle

Tag

Datum

Nasensalbe mit einem frischen Applikator in die vorderen Nasenlöcher einbringen, durch Andrücken der Nasenflügel wird eine gleichmäßige Benetzung erzielt.

Gurgeln mit Octenidol oder Chlorhexidin 0,12%

1.

 

3 x täglich

nach dem Zähne putzen

2.

 

3 x täglich

nach dem Zähne putzen

3.

 

3 x täglich

nach dem Zähne putzen

4.

 

3 x täglich

nach dem Zähne putzen

5.

 

3 x täglich

nach dem Zähne putzen

6.

 

3 Kontrollabstriche von den
vorher nachweislich besiedelten und den sanierten Bereichen
an 3 aufeinanderfolgenden Tagen

Abstrich mit sterilem beflocktem Tupfer + Röhrchen mit malvenfarbenen Deckel + Transportmedium

Unter einer lokalen Sanierungsbehandlung bzw. MRSA-wirksamen antibiotischen Therapie (z. B. Zyvoxid, Vancomycin) sind Kontrollabstriche nicht durchzuführen!!

7.

 

8.

 

 

Empfehlung zur Vermeidung einer Rekontamination

  • Desinfektion bzw. Austausch von persönlichen Gegenständen wie:
    Rasierer, lose Zahnprothesen, Zahnbürsten, „in ear“ Kopfhörer von mp 3 Player/Telefon o. ä., etc.
  • Desinfektion kann in z. B. Octenidol erfolgen
    (Einwirkzeit 1 Minute; danach mit Trinkwasser abspülen)
  • Keine Verwendung von Deorollern!
  • 1x täglich antiseptische Ganzkörperwaschung (inkl. Haarwaschung) mit antimikrobielle Waschlotion
    (Anwendung siehe Herstellerangaben)
  • 1x täglich Wäschewechsel (Bekleidung, Bettwäsche, Utensilien der Körperpflege z. B. Handtücher, Waschlappen u. ä.)

Hinweis

  • Sanierung soll in der Regel nach Absprache mit der Klinik-/Stationsleitung und/oder dem betriebsärztlichen Dienst, unter Beratung durch die Krankenhaushygiene erfolgen
  • Einsatz von MRSA-kolonisiertem Personal im Patientenbereich ist individuell zu entscheiden und mit dem Krankenhaushygieniker abzustimmen
    0381 494 5901

Weitere Infos

Hygienefachkraft der Universitätsmedizin

0381 494 5014
0381 494 5912
0381 494 5996


Stand: Mai 2017


Übersicht zur MRSA-Dekontamination und Folgeabstriche zur Ausgabe an die Mitarbeiter

MRSA-Sanierung und Folgeabstriche - Patienten

Übersicht zur MRSA-Sanierung und Folgeabstrichen

für Patienten


siehe auch Hygiene-Merkblatt MRSA

 

Sanierung der Nase

Dekontamination der Mundhöhle

Womit

Antibiotische/Antiseptische Nasensalbe

Octenisan-Nasengel oder

PVP–Jod–Präparate oder

Andere lokal applizierbare Antibiotika mit nachgewiesener Wirksamkeit

Nasensalbe mit einem frischen Applikator in die vorderen Nasenlöcher einbringen, durch Andrücken der Nasenflügel wird eine gleichmäßige Benetzung erzielt.

Octenidol oder Chlorhexidin 0,12 %

 

Patient mobil

Patient immobil



Gurgeln

Mund–Rachen-Raum mit getränktem Tupfer auspinseln

Tag

Datum

 

 

1.

 

3x täglich

Nach dem Zähne putzen

2.

 

3x täglich

Nach dem Zähne putzen

3.

 

3x täglich

Nach dem Zähne putzen

4.

 

3x täglich

Nach dem Zähne putzen

5.

 

3x täglich

Nach dem Zähne putzen

6.

 

3 Kontrollabstriche,
von den vorher nachweislich besiedelten sowie den sanierten Bereichen, an 3 aufeinanderfolgenden Tagen

Abstrich mit sterilem geflocktem Tupfer + Röhrchen mit malvenfarbenen Deckel + Transportmedium, siehe HMB-MRSA

7.

 

8.

 


Wundbehandlung

Die Wundbehandlung von MRSA -infizierten/-kolonisierten Wunden oder Hautläsionen erfolgt nach ärztlicher Anordnung ggf. Rücksprache mit der Wund-/Enterostoma-Therapeutin


Zur Vermeidung einer Rekontamination

  • Persönliche Gegenstände (Rasierer, lose Zahnprothesen, Zahnbürsten, „in ear“ Kopfhörer von mp 3 Player/Telefon o. ä.) sind zu desinfizieren bzw. auszutauschen (siehe MRSA-HMB)
  • 1x täglich antiseptische Ganzkörperwaschung (inkl. Haarwaschung) mit antimikrobielle Waschlotion (Anwendung nach Herstellerangaben)
  • 1x täglich Wäschewechsel (Bekleidung, Bettwäsche, Utensilien der Körperpflege z. B.  Handtücher, Waschlappen u. ä.)
  • Keine Deoroller verwenden!

Hinweis

Unter einer lokalen Sanierungsbehandlung bzw. unter einer MRSA-wirksamen Antibiotikatherapie (Antibiogramm beachten) sind Kontrollabstriche nicht sinnvoll!


Stand: April 2017


Übersicht zur MRSA-Sanierung und Folgeabstrichen für Patienten

Routinediagnostik

Kultureller Nachweis - MRSA

13 - Screening auf multiresistente Erreger

Kultureller Nachweis von

MRSA - Methicillin resistenter Staphylococcus aureus


Indikation

Risikopatienten:

  • Übernahme aus Alten-/Pflegeheimen
  • Übernahme aus auswertigen Krankenhäusern
  • Chronisch infizierte Wunden
  • Ehemaliger Patient mit MRSA-Nachweis
  • Kontaktpatient zu MRSA-positiven Patienten
  • Aufenthalt in Ländern mit hoher MRSA-Prävalenz
    (z. B. Länder des Mittelmeerraums, England, USA)

Vollständige Abstrichserie von Patienten mit erstmaligem MRSA-Nachweis

Kontrollabstriche:

Nach Beendigung von Sanierungsmaßnahmen
(≥ 48 Stunden nach Beendigung)

Während Sanierungsmaßnahmen sind Kontrollabstriche nicht indiziert.

Aufnahmescrenning:

Zusätzlicher Einsatz der MRSA-PCR (siehe Nukleinsäurenachweise)

Dauer der Auftragsbearbeitung

2 - 3 Tage

Sind Subkulturen nötig, auch einen Tag länger

Untersuchungsmaterial

Immer vollständige Abstrichserie (1-2); erhöht Sensitivität

  1. Nasenabstrich (gepoolt links und rechts = nur 1 Tupfer)
  2. Rachen (Hinterwand bzw. Tonsillen)

ggf. Wundabstrich, Einstichstellen; TS

Nachweisverfahren

Erregerkultur und Antibiogramm

Bemerkungen

Lagerung und Transport bei Zimmertemperatur

Siehe Informationen der Krankenhaushygiene zum Thema MRSA


Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik erfolgen!


Stand: März 2016


13 - Screening auf multiresistente Erreger

Nukleinsäurenachweis - MRSA

MRSA-PCR

(Methicillin resistenter Staphylococcus aureus)


Indikation

Einsatz

  • Aufnahmescreening

Bei positivem MRSA-DNA-Nachweis sind, durch die schnellere Verfügbarkeit des Ergebnisses (gegenüber der MRSA-Kultur), die erforderliche Isolierung und weitere Hygienemaßnahmen zügiger umsetzbar.

Paralleler Kulturansatz erforderlich

MRSA-Screening

Sanierung

Nicht indiziert zur Kontrolle nach Sanierung!

Dauer der Auftragsbearbeitung

ca. 4 Stunden

Untersuchungsmaterial

Nasopharyngealabstrich

Entnahme

  • mit eSwab regular (malvenfarbener Deckel)

Der parallel notwendige kulturelle MRSA-Screeningansatz erfolgt aus dem gleichen Abstrich

Methodik

Qualitativer Nachweis von MRSA (und MSSA) mittels Real time PCR

Nachweisgrenze

64 - 343 Genomäquivalenten/ml Patientenmaterial

Bemerkung

Durchführung

Arbeitstäglich: zweimalige Durchführung

Wochenende/Feiertage: einmalige Durchführung

Hinweis:

Das Untersuchungsmaterial muss am Wochenende bis 10 Uhr im IMIKRO eingegangen sein; dann ist die Befund­erstellung auch am Wochenende am Einsendetag gesichert.


Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik erfolgen!


Stand: März 2016


Auszug Einsenderhinweise

Probenahmegefäß zur Untersuchung auf MRSA

Erwachsene

eSwab™„regular“

Bild

Optisches Merkmal

Malve-farbener Deckel

Anwendung/Eignung

  • Kulturelle bakteriologische und mykologische Diagnostik
  • PCR und Antigennachweise
    • z. B. Wund-/Nasen-/ Rachenabstriche

Firma

Mast Diagnostics

Artikel-Nummer

80490CEA

SAP-Nummer

11 000 019 214

Pädiatrie

eSwab™„minitip“

Bild

Optisches Merkmal

Orange-farbener Deckel

Anwendung/Eignung

  • Kulturelle bakteriologische und mykologische Diagnostik
  • PCR und Antigennachweise
    • Kleinere Tupfer für:
      • Pädiatrie
      • Urogenitalabstriche

Firma

Mast Diagnostics

Artikel-Nummer

80481CE

SAP-Nummer

11000019215

Qualitätssicherung

Fortbildung

Fortbildungsangebote der Hygienefachkräfte