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Klinisch-mikrobiologische und hygienische Hinweise und Daten


Antibiotika-Anwendungsdichte (AAD)

Der Zugriff auf die Daten erfolgt über unsere Intranetseite und ist nur innerhalb der UMR zugänglich.

Intranet IMIKRO


Die Erfassung und Darstellung

der Antibiotikaanwendungsdichten (AAD) ist durch §23(4) Infektionsschutzgesetz (IfSG) und §10(5) Landeshygieneverordnung M-V (MedHygVO M-V) zwingend vorgegeben.

Nur zusammen mit der Erfassung von Erreger- und Antibiotikaresistenzhäufigkeiten wird so ein umfassendes, sinnvolles Antibiotikamanagement in den Kliniken unseres Landes möglich - mit den Zielsetzungen, infizierte Patienten optimal zu therapieren und gleichzeitig den Selektionsdruck für die Anreicherung oder gar Neogenese von Antibiotikaresistenzen insbesondere im Krankenhaus-assoziierten Keimspektrum so gering wie möglich zu halten. Diese Zusammenschau leistet der ebenfalls gesetzlich vorgeschriebene Surveillancebericht, den Sie für die Universitätsmedizin Rostock auch in dieser Rubrik unserer Homepage finden.

Die AAD-Erfassung kann zudem für das Erreichen ökonomischer Ziele genutzt werden. Im Vergleich mit den ähnlichen Einrichtungen der Universitätsmedizin sowie regionaler und nationaler Referenzdaten (siehe z. B. die IMIKRO-Newsletter) kann jede Einrichtung prüfen, ob sie bestimmte Antibiotikagruppen deutlich häufiger oder seltener als die Referenzinstitutionen nutzt und ggf. ihre kalkulierten Therapieschemata adjustieren. Dabei muss Vorsicht walten: Gegenwärtig ist es noch unklar, welche Auswirkungen es auf die Resistenzleistung der Erreger hat, wenn viele/alle Einrichtungen einer Klinik oder viele/alle Kliniken einer Region das AAD-Benchmarking nutzen, um einheitlich besonders preiswerte Therapieschemata anzuwenden. Eine Selektion von Erregern erscheint so zumindest plausibel, mit ggf. ökonomisch deutlich ungünstigeren Auswirkungen als den durch die Vereinheitlichung der Therapie möglichen Kostenreduktionen!

Wir werden Sie über die zukünftigen epidemiologischen Entwicklungen innerhalb dieser Seiten unserer Homepage, den IMIKRO-Newsletter und über die regelmäßigen Fortbildungen für die Hygiene-beauftragten ÄrztInnen der Region auf dem Laufenden halten, welche Konsequenzen aus den nun umfassend erhobenen Daten zu Antibiotikaverbräuchen und Erregerresistenzen sinnvoll zu ziehen sind.